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In Bayreuth wird ein bedeutendes Projekt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes vorangetrieben. Ziel ist die Entwicklung eines umfassenden Hochwasserschutzkonzepts, das die Stadt und ihre Bürger besser vor den verheerenden Auswirkungen von Hochwasserereignissen schützen soll. Bereits wurden Flächen für Rückhaltebecken gesichert, und das erste Hochwasserrückhaltebecken ist bereits fertiggestellt. Das nächste große Vorhaben ist das Hochwasserrückhaltebecken „Bauernhöfen“, das ein Volumen von 950.000 Kubikmetern aufweisen wird und östlich des Ortsteils Aichig, bis zur Bruckmühle in Weidenberg reicht. Die zuständige Wasserwirtschaftsbehörde hat die Erlaubnis zum Bau und Betrieb beantragt, was eine wasserrechtliche Planfeststellung erfordert. Die Planunterlagen sind auf der Homepage der Stadt Bayreuth einsehbar.

Die öffentliche Einsichtnahme der Planunterlagen findet vom 2. März bis 2. April statt. Interessierte Bürger können die Unterlagen im Amt für Umwelt- und Klimaschutz, Wilhelm-Pitz-Straße 1, Gebäude A, 1. Stock, Zimmer 1.06 einsehen. Eine Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 09 21 25-1403 ist erforderlich. Einwendungen gegen den Plan können bis spätestens 16. April schriftlich oder zur Niederschrift bei der Stadt Bayreuth eingereicht werden. Die Einwendungen werden in einem gesonderten Termin erörtert, wobei auch eine Verhandlung ohne Beteiligung eines Einwenders stattfinden kann. Es ist wichtig zu beachten, dass verspätete Einwendungen unberücksichtigt bleiben können.

Hintergrund und Notwendigkeit des Projekts

Die Notwendigkeit solcher Hochwasserschutzmaßnahmen wird durch die Geschichte des Roten Mains untermauert, der in der Vergangenheit bereits erhebliche Hochwasserschäden in der Bayreuther Innenstadt verursacht hat, zuletzt im Januar 1995. Historische Daten zeigen, dass das Wasser 1909 bis zum Bahnhof reichte. Um solche Katastrophen zu vermeiden, wurde der Fluss ab 1915 begradigt und als Hochwassergerinne umgestaltet. Diese Maßnahmen sind entscheidend, da die beiden Profile des Flusses lediglich etwa 90 m³/s Wasser ableiten können und bei höheren Abflüssen Überflutungsgefahr besteht.

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Die Hochwasserschutzmaßnahmen in Bayreuth beinhalten das gezielte Zurückhalten von Hochwasser in der Flussaue vor der Stadt. Das neueste Hochwasserrückhaltebecken, das in der Wilhelminenaue in Betrieb genommen wurde, kann zwar Hochwasserspitzen „kappen“, bietet jedoch noch nicht den erforderlichen Schutz. Daher wurde die Planung für das HRB Bauernhöfen bereits im Juli 2020 initiiert. Dieses Becken wird als gesteuertes Trockenbecken am Roten Main errichtet und ist Teil eines Systems zur Hochwassersicherung für die Stadt Bayreuth.

Finanzierung und Ausblick

Die maximale Einstauhöhe des HRB Bauernhöfen soll bei 357,50 m ü. NN liegen, während die Dammhöhe etwa 6,5 m über dem Talgrund beträgt und der maximale Speicherinhalt 950.000 m³ betragen soll. Die Gesamtkosten dieser Maßnahmen belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro, wobei die Finanzierung zu 25 % durch den Bezirk Oberfranken, 25 % durch die Stadt Bayreuth und 50 % durch eine Förderung des Freistaats Bayern erfolgt. Diese Investitionen sind Teil eines umfassenden Ansatzes zur Risikominderung, der in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift „Informationen zur Raumentwicklung (IzR)“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung thematisiert wird. Diese Ausgabe legt den Fokus auf Hochwasser und Starkregen in Deutschland, die zunehmend häufig und heftig auftreten.

Die Notwendigkeit eines risikobasierten Ansatzes zur Hochwasservorsorge wird durch Matthias Furkert, den fachlichen Koordinator des Hefts, betont. Raumplanung sollte einen vorbeugenden Umgang mit Risiken in den Mittelpunkt stellen, um neue Baugebiete in gefährdeten Lagen zu vermeiden und Rückhalteräume zu sichern. Dies trägt nicht nur zum Hochwasserschutz bei, sondern fördert auch den Arten- und Biotopschutz sowie die naturnahe Erholung. Der erfolgreiche Hochwasserschutz erfordert eine enge Abstimmung über Ländergrenzen hinweg und flussgebietsbezogenes Handeln.