In den frühen Morgenstunden des 15. Januar 2026 kam es in Bayreuth zu einer großangelegten Aktion der Kriminalpolizei. Mit Unterstützung aus Würzburg und Hundeführern wurden mehrere Wohnungen durchsucht, um einer mutmaßlichen Diebesbande das Handwerk zu legen. Die Durchsuchungen fanden gegen 7.30 Uhr in fünf verschiedenen Haushalten statt. Laut Wiesentbote stehen sechs Männer im Verdacht, über einen längeren Zeitraum hinweg schwierige Bandendiebstähle begangen zu haben.
Die Beschuldigten sollen sich auf den Diebstahl hochwertiger E-Bikes, Fahrräder sowie andere wertvolle elektronische Geräte spezialisiert haben. Die Höhe des angerichteten Schadens wird auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt. Bei den Durchsuchungen wurden nicht nur mehrere E-Bikes und Fahrradmotoren sichergestellt, sondern auch Betäubungsmittel und Waffen gefunden. Dies zeigt, dass die Aktivitäten der Bande weitreichender sind als zunächst angenommen.
International vernetzte Diebesbande
Die Ermittlungsergebnisse offenbaren, dass die mutmaßlichen Täter zwischen 30 und 53 Jahren alt sind und überwiegend aus Osteuropa stammen. Vier der Verdächtigen haben neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch die russische oder kasachische. Die Polizei ist bestrebt, die Strukturen dieser Diebesbande zu entschlüsseln und die sichergestellten Gegenstände den Geschädigten zuzuordnen.
Ähnliche Maschen sind auch andernorts zu beobachten. So kam es etwa im Raum Tübingen zu einer Welle von Pedelec-Diebstählen, bei denen eine Gruppe von vier Männern im Alter von 18 bis 27 Jahren gefasst wurde. Diese hatten es laut Süddeutscher Zeitung seit Sommer auf mehr als 60 Fahrräder im Gesamtwert von über 200.000 Euro abgesehen. Damit zieht sich ein roter Faden durch die Diebstahlsstatistiken der letzten Monate.
Fahrraddiebstahlsstatistik im Wandel
Obwohl die Zahl der Fahrraddiebstähle insgesamt sinkt, bemerken die Anbieter für Fahrräder, dass die Schadenshöhe ansteigt. ZDF berichtet, dass im Jahr 2024 im Schnitt 135.000 versicherte Fahrräder gestohlen wurden, was 10.000 weniger als im Vorjahr entspricht. Dennoch mussten Versicherer 160 Millionen Euro für Fahrraddiebstähle aufbringen – ein Rekordwert.
Organisierte Banden konzentrieren sich zunehmend auf E-Bikes, die oft ins Ausland verkauft werden. Der Durchschnittspreis für ein neues E-Bike liegt bei etwa 2.650 Euro, was die Attacken von Dieben besonders lukrativ macht. Um sich zu schützen, empfehlen Experten, Fahrräder mit hochwertigen Schlössern zu sichern und sie an festen, gut sichtbaren Objekten zu befestigen.
Die Kriminalpolizei in Bayreuth bleibt dran – sowohl an der Aufklärung der aktuellen Fälle als auch an der Verhinderung zukünftiger Diebstähle. In Zeiten, in denen der Fahrradmarkt boomt, ist die Sicherheit der wertvollen Räder nun mehr denn je gefragt.



