Was tut sich in Bad Tölz-Wolfratshausen? Am 8. März 2026 finden die mit Spannung erwarteten Kommunalwahlen in Bayern statt. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen steht ein großes Umbruch bevor, denn Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler), der seit 18 Jahren im Amt ist, tritt nicht mehr zur Wahl an. Das sorgt für frischen Wind im Wettbewerb um die wichtigsten Posten der Verwaltung.
Insgesamt wollen sich sechs Kandidaten um die Nachfolge Niedermeiers bewerben: Thomas Holz von der CSU, Ludwig Schmid von den Freien Wählern, Andreas Wild (Grüne), Klaus Barthel (SPD), Manuel Tessun (ÖDP) und Sebastian Englich (Linke). Diese Entscheidung beschäftigt die 94.700 stimmberechtigten Bürger, die nicht nur den neuen Landrat wählen, sondern auch die Stadt- und Gemeinderäte sowie den Kreistag neu besetzen können. Wie der Merkur berichtet, könnten die Ergebnisse durchaus in einer Stichwahl am 22. März entschieden werden, ähnlich wie bei den knappen Ergebnissen der Kommunalwahl 2020.
Kandidaten und ihre Chancen
Besonders interessant ist das Rennen um die Bürgermeisterposten in den Städten des Landkreises. In Bad Tölz kämpfen Amtsinhaber Ingo Mehner (CSU) und Herausforderer Michael Lindmair (Freie Wähler) um die Gunst der Wähler. Auch Michael Ernst (SPD) und Bärbel Weixner (Grüne) mischen mit.
In Lenggries stehen gleich vier Kandidaten zur Auswahl: Stefan Klaffenbacher (Freie Wähler), Bastian Gassl (CSU), Tobias Raphelt (SPD) und Martin Haider (Grüne). Die Konkurrenz ist also groß, und einige der Kandidaten haben bereits politische Erfahrung gesammelt, was ihre Chancen auf den Sieg erhöhen könnte. Währenddessen zeigt ein Blick auf die Bewerber in Wolfratshausen, dass hier Günther Eibl (CSU) und Klaus Heilinglechner (BVW) erneut antreten. Die Grünen schicken René Beysel ins Rennen und auch weiteren Mitbewerber wie Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) und Renato Wittstadt (SPD) sind am Start.
Briefwahl und Wahlverhalten
Doch nicht nur die Kandidaten sind von Interesse. Auch das Wahlverhalten zeigt interessante Trends. Laut Süddeutsche wird ein hoher Anteil an Briefwählern erwartet. In Bad Tölz haben bis zum 4. März 5.318 von 14.792 Stimmberechtigten unter den Briefwahlunterlagen angefordert, was knapp 36 Prozent entspricht. Noch spektakulärer sieht es in Wolfratshausen aus, wo 5.670 von 14.980 Wählern Briefwahl beantragt haben. Das könnte die Wahlbeteiligung maßgeblich beeinflussen.
Insgesamt gibt es an diesem Wahltag viel zu beachten und einige Überraschungen sind nicht auszuschließen. Beispiele aus früheren Wahlen, wo Kandidaten nur mit wenigen Stimmen entschieden scheiterten oder erfolgreich waren, zeigen, dass jeder Stimmzettel zählt. Umso wichtiger ist es, dass alle Wählerinnen und Wähler gut informiert zu den Urnen gehen.
Die Wahllokale haben bereits ihre Türen von 8 bis 18 Uhr geöffnet und die ersten Ergebnisse sind am Wahlabend zu erwarten. Die Auszählung der Gemeinde- und Stadtratswahlen, die über die unmittelbaren Bürgermeisterwahlen hinausgehen, könnte jedoch einige Tage in Anspruch nehmen, bevor die endgültigen Ergebnisse veröffentlicht werden.
Wie die n-tv erläutert, werden bei diesen Kommunalwahlen nicht nur Bürgermeister- und Landratsämter besetzt, sondern es sind auch für etwa 39.500 politische Ämter in 2.056 Gemeinden Entscheidungen zu treffen. Das Schicksal von wichtigen regionalen Funktionen liegt in den Händen der bayerischen Wähler.