Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. In Zeiten, in denen der Fachkräftemangel in Deutschland immer akuter wird, ist dies eine Herausforderung. Aktuell fehlen im gesamten Land rund 300.000 Fachkräfte, und die demografischen Entwicklungen lassen darauf schließen, dass sich dieser Trend bis 2040 noch verschärfen wird, wenn voraussichtlich 8,7 Millionen Menschen mehr den Arbeitsmarkt verlassen als nachrücken werden. Dies hat das Landratsamt veranlasst, Maßnahmen zu ergreifen, um künftige Mitarbeitende an sich zu binden und die Arbeitsplatzattraktivität zu erhöhen [Quelle].
Ein zentraler Punkt in den Bemühungen des Landratsamtes ist die Einführung einer betrieblichen Krankenversicherung für Tarifbeschäftigte. Diese Maßnahme, die im Januar 2024 auf den Weg gebracht wurde, soll dazu beitragen, die Anziehungskraft des Amtes zu steigern. Personalleiter Jürgen Huber hat bereits von positiven Erfahrungen mit monetären Anreizen berichtet, und das Budget für 2023 von 320.000 Euro für leistungsorientierte Bezahlung soll zusätzliche Anreize schaffen. Die Verwaltung empfiehlt, das Gesamtvolumen für leistungsorientierte Bezahlung von 2 auf 3,35 Prozent zu erhöhen, was pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter maximal 50 Euro im Monat für eine private Krankenzusatzversicherung bedeutet. Der Kreisausschuss hat dieser Maßnahme bereits zugestimmt, und Landrat Niedermaier hat versichert, dass auch die gesamte Familie der Mitarbeitenden bezuschusst wird, ohne dass eine Gesundheitsprüfung erforderlich ist [Quelle].
Wettbewerb um Fachkräfte
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist ernst. Rund 71 % der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau klagen über Fachkräftemangel, und nur 12 % der Schüler interessieren sich für technische Berufe. In diesem Kontext gewinnen Zusatzleistungen wie die betriebliche Krankenversicherung zunehmend an Bedeutung. Studien zeigen, dass 82 % der Arbeitnehmer angeben, dass Benefits wichtig oder immer wichtiger werden. Besonders gefragt sind Mobilitätszuschüsse, flexible Arbeitszeitmodelle und Unterstützung bei der betrieblichen Altersvorsorge. Dies ist besonders relevant, da rund 30 % der 18- bis 65-Jährigen glauben, nicht ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben [Quelle].
Mit der betrieblichen Krankenversicherung, die im Jahr 2023 um 33,2 % zugenommen hat, zeigt das Landratsamt, dass es gewillt ist, auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden einzugehen. Fast zwei Drittel der Beschäftigten begrüßen diese Maßnahme, und ein Jahresbudget von 900 Euro für Gesundheitsleistungen kann als Lohnerhöhung von 75 Euro netto pro Monat angesehen werden, verursacht aber nur Kosten von 29,50 Euro brutto. Diese Überlegungen sind nicht nur für das Landratsamt von Bedeutung, sondern spiegeln auch einen allgemeinen Trend wider: Die Anwerbung und Bindung von Fachkräften wird zunehmend von Zusatzleistungen abhängen, die die Lebensqualität der Mitarbeitenden verbessern [Quelle].
Fazit
Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen hat den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, indem es sich um die Einführung von monetären Anreizen und einer betrieblichen Krankenversicherung bemüht. Diese Maßnahmen könnten nicht nur dazu beitragen, die Attraktivität des Amtes zu steigern, sondern auch andere Arbeitgeber dazu anregen, ähnliche Strategien zu verfolgen. In einer Zeit, in der der Wettbewerb um Fachkräfte intensiver denn je ist, ist es entscheidend, dass Arbeitgeber die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden ernst nehmen und entsprechende Angebote bereitstellen.