Die Kommunalwahl 2026 im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen steht vor der Tür und verspricht ein spannendes Rennen zu werden. Besonders bemerkenswert ist, dass Landrat Josef Niedermaier von den Freien Wählern nach 18 Jahren nicht mehr zur Wahl antreten wird. Dies eröffnet die Bühne für sechs männliche Kandidaten, die um seine Nachfolge kämpfen: Thomas Holz (CSU), Ludwig Schmid (Freie Wähler), Andreas Wild (Grüne), Klaus Barthel (SPD), Sebastian Englich (Linke) und Manuel Tessun (ÖDP). Die Möglichkeit einer Stichwahl, ähnlich wie 2020, könnte den Wahlausgang erneut spannend machen.
In Wolfratshausen haben die Wähler ebenfalls eine breite Auswahl: Günther Eibl (CSU), Klaus Heilinglechner (BVW), René Beysel (Grüne), Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste), Renato Wittstadt (SPD) und Patrick Lechner (FDP) gehen ins Rennen. Bei der letzten Wahl im Jahr 2020 konnten die Grünen mit 20,8 Prozent große Erfolge feiern und die AfD wird in sieben Kommunen, darunter Geretsried und Wolfratshausen, antreten.
Kandidaten und Bürgermeisterämter
In Geretsried tritt der Amtsinhaber Michael Müller (CSU) gegen Wolfgang Möckel (Freie Wähler), Patrick Kohlert (Geretsrieder Liste) und Max Wiens (Wählergruppe Max) an. Bad Tölz sieht mit Ingo Mehner (CSU, Amtsinhaber), Michael Lindmair (FWG), Michael Ernst (SPD) und der neuen Kandidatin Bärbel Weixner (Grüne) ein interessantes Bewerberfeld. Überrascht hat die Tatsache, dass in 11 von 21 Kommunen nur ein Kandidat für das Bürgermeisteramt zur Wahl steht. Verena Reithmann (UBI) in Icking bleibt die einzige Rathauschefin in einer Männerdomäne.
Besonders erwähnenswert ist auch, dass Michael Grasl (Freie Wähler) nach 21 Jahren als Bürgermeister in Münsing aufhört und Hubert Oberhauser (Freie Wähler) nach 12 Jahren in Egling nicht erneut antreten wird. Der Trend zur Briefwahl hält an: In Bad Tölz haben bis zum 4. März 5318 von 14.792 Stimmberechtigten Briefwahlunterlagen angefordert, während in Wolfratshausen 5670 von 14.980 Wahlberechtigten diesen Weg gewählt haben.
Briefwahl und Antragstellung
Die Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl 2026 werden frühestens ab dem 16. Februar 2026 ausgegeben. Um einen Wahlschein zu beantragen, müssen die Bürger schriftlich oder persönlich beim Wahlamt ihrer Wohnsitzgemeinde vorstellig werden. Es ist kein besonderer Grund für den Antrag erforderlich, jedoch sind einige Angaben wie Vor- und Nachname, Geburtsdatum und vollständige Wohnanschrift notwendig. Empfehlenswert ist die Verwendung des Formulars auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung.
Der Antrag kann auch per Telefax oder E-Mail gestellt werden, jedoch nicht telefonisch. Viele Gemeinden bieten mittlerweile die Möglichkeit, den Wahlschein online zu beantragen, was die Handhabung für viele Wähler erleichtert. Es ist wichtig, die Anträge rechtzeitig zu stellen, um Bearbeitungs- und Postlaufzeiten zu berücksichtigen. Wahlscheine können bis zwei Tage vor der Wahl, also bis Freitag, den 6. März 2026, um 15 Uhr beantragt werden. In Ausnahmefällen, wie plötzlichen Erkrankungen, sind auch Anträge bis zum Wahltag möglich.
Wahlverfahren und Sitzverteilung
Die Sitzverteilung bei der Kommunalwahl erfolgt nach dem Berechnungsverfahren nach Sainte-Laguё/Schepers. Dabei werden die Gesamtstimmenzahlen der Wahlkreisvorschläge durch 1, 3, 5, 7 usw. geteilt, und die Sitze werden den Wahlvorschlägen entsprechend der höchsten Teilungszahlen zugeteilt. Bei gleichen Ansprüchen auf einen Sitz entscheidet die größere Stimmenzahl der in Betracht kommenden Person; bei Stimmengleichheit wird das Los entscheiden.
Ein Beispiel verdeutlicht das Verfahren: In einer Gemeinde mit 7.000 Einwohnern werden 20 Gemeinderatssitze vergeben. Bei insgesamt 47.502 gültigen Stimmen verteilt sich das Ergebnis auf die verschiedenen Parteien, was zeigt, wie wichtig jede Stimme im Wahlsystem ist.
Für weiterführende Informationen zur Wahl und zu den Bewerbern empfehlen wir einen Blick auf die detaillierten Informationen von Süddeutscher Zeitung, die offizielle Webseite des Landratsamts Bad Tölz-Wolfratshausen sowie die Informationen des Bayerischen Staatsministeriums für Inneres. Diese Ressourcen bieten umfassende Einblicke in die bevorstehenden Wahlen und die Kandidaten im Landkreis.