Im heiligen Monat Ramadan begehen Muslime weltweit einen Monat des Fastens, das von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dauert. Der Moment des Fastenbrechens, bekannt als „Iftar“, findet zu unterschiedlichen Uhrzeiten statt und wird oft mit einer Vielzahl von traditionellen Speisen gefeiert. In Penzberg, einer Stadt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, fand kürzlich ein interreligiöses Fastenbrechen statt, das die Gemeinschaft zusammenbrachte. An diesem besonderen Anlass nahmen unter anderem Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) teil. Söder war bereits vor zwei Jahren von der Islamischen Gemeinde Penzberg zu einem gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen worden.

Bei diesem Event waren auch Vertreter anderer Glaubensrichtungen anwesend, darunter Generalvikar Christoph Klingan. Imam Benjamin Idriz stellte das Islamische Forum an der Bichler Straße vor, das seit seiner Eröffnung im Jahr 2005 als wichtiger Ort des Dialogs und Miteinanders fungiert. Die Moschee hat in den letzten Jahren etwa 100.000 Besucher empfangen, viele davon Schulklassen, und die Predigten werden seit etwa zehn Jahren auf Deutsch abgehalten. Die Finanzierung des Moscheebaus wurde durch Spenden sichergestellt, wobei Scheich Sultan bin Mohammed al Qasimi mit über drei Millionen Euro der größte Geldgeber war. Mittlerweile zählt die Gemeinde 550 Mitglieder aus 40 Nationen.

Interreligiöser Dialog und Gemeinschaft

Vor dem gemeinsamen Essen konnten die Gäste dem Gebet in der Moschee beiwohnen. Während des Iftar wurden typische Speisen wie Datteln und Linsensuppe serviert, gefolgt von einem opulenten Mahl. Imam Idriz betonte die Bedeutung des Dialogs zwischen Religionen und Kulturen und wies darauf hin, dass in München ein ähnlicher Ort fehle. Dies zeigt, wie wichtig interreligiöse Begegnungen sind. Die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) betont ebenfalls universelle Werte des Islam, wie Respekt, Dialog und Toleranz gegenüber anderen religiösen und weltanschaulichen Ansichten. DITIB und ihre Moscheegemeinden engagieren sich aktiv für den interreligiösen Dialog, insbesondere mit der christlichen Mehrheit in Deutschland.

Zu den Aktivitäten gehören Veranstaltungen wie der „Tag der Offenen Moscheen“, gemeinsame Friedensgebete und interkulturelle Wochen. Solche Projekte fördern nicht nur das Verständnis, sondern auch die Begegnung zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften. Bei den gemeinsamen Iftar-Veranstaltungen kommen Gäste aus unterschiedlichen Religionsgemeinschaften sowie aus Politik, Medien und Gesellschaft zusammen, was den interreligiösen Dialog weiter stärkt.

Förderung des interreligiösen Dialogs

Die Deutsche Islam Konferenz hat als Ziel, den Austausch und das Verständnis zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften zu fördern. Maßnahmen zur Steigerung des Verständnisses für Glaubensgrundlagen und Religionsausübung werden unterstützt, wobei oft christliche und muslimische Einrichtungen sowie interreligiöse Dialoginitiativen als Träger fungieren. Zu den geförderten Projekten gehören unter anderem wissenschaftliche Konferenzen und Forschungsprojekte, die sich mit dem Thema „Islam in Deutschland“ auseinandersetzen.

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spaltungen zunehmen, ist der Dialog zwischen den Glaubensgemeinschaften wichtiger denn je. Sowohl Ministerpräsident Söder als auch Innenminister Herrmann hoben die Notwendigkeit eines ständigen Dialogs hervor und warnten vor einer Spaltung der Gesellschaft. Die Veranstaltungen in Penzberg und die Initiativen der DITIB sind Schritte in die richtige Richtung, um eine inklusive Gesellschaft zu fördern, in der alle Religionen ihren Platz finden.

Für weitere Informationen über die Veranstaltungen und die Philosophie des interreligiösen Dialogs können Interessierte die Berichterstattung auf Süddeutsche.de, die Aktivitäten der DITIB unter DITIB.de und die Projekte der Deutschen Islam Konferenz unter deutsche-islam-konferenz.de verfolgen.