Am Donnerstag, den 26. Februar 2026, hat der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen einen prägenden Kommunalpolitiker verloren. Gerhard Meinl, ein CSU-Politiker und Unternehmer, ist im Alter von 68 Jahren verstorben, nachdem er eine Erkrankung durchgemacht hatte. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke in der politischen Landschaft Geretsrieds, wo er über 40 Jahre hinweg aktiv war und maßgeblich die Entwicklung der Stadt prägte.

Gerhard Meinl wurde am 5. September 1957 in Kempfenhausen geboren und machte sein Abitur in Bad Tölz. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie an der Ludwig-Maximilian-Universität München, der Université de Fribourg und der Hochschule München legte er beide juristischen Staatsexamina ab. Trotz seiner juristischen Ausbildung entschied er sich für eine andere berufliche Laufbahn und absolvierte eine Lehre als Metallblasinstrumentenmacher sowie eine Ausbildung als Trompeter. 1984 trat er in das Familienunternehmen Wenzel-Meinl ein, das er 2012 an die französische Buffet Crampon Group verkaufte und danach im Aufsichtsrat tätig war.

Politische Karriere und Engagement

Meinls politische Karriere begann 1986 mit seiner Wahl in den Geretsrieder Stadtrat, wo er viele Jahre als Fraktionssprecher der CSU tätig war und seit 2002 das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters innehatte. Zudem war er von 1990 bis 2008 Mitglied des Kreistags. Im Rahmen seiner politischen Arbeit engagierte er sich unter anderem für die Partnerschaft Geretsrieds mit Chamalières und war aktiv im Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller. Zur Kommunalwahl am 8. März trat Meinl nicht mehr an, und er sollte zu Beginn der neuen Sitzungsperiode im Stadtrat für sein langjähriges Wirken geehrt werden, was er jedoch nicht mehr erleben konnte.

Sein Beitrag zur Kommunalpolitik wurde von vielen geschätzt. Edmund Stoiber, der frühere bayerische Ministerpräsident und ein enger Freund Meinls, äußerte sich betroffen über seinen Tod und würdigte ihn als großartige Persönlichkeit. Dr. Sabine Gus-Mayer, die Vorsitzende des Geretsrieder CSU-Ortsverbands, bezeichnete den Verlust als riesigen Schock. Auch Ewald Kailberth, langjähriger Geschäftsführer des CSU-Ortsverbands, betonte die Bedeutung Meinls für die Partei und als Freund. Altbürgermeisterin Cornelia Irmer erinnerte sich an die gute Zusammenarbeit mit ihm, während der Bürgermeister Michael Müller Meinl als prägende Persönlichkeit und Botschafter der Musikinstrumentenstadt Geretsried würdigte.

Anerkennung und Auszeichnungen

Im Laufe seiner Karriere wurde Gerhard Meinl für seinen Einsatz mehrfach ausgezeichnet. 2002 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, gefolgt von der Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse im Jahr 2014. Diese Ehrungen spiegeln nicht nur seine politischen Verdienste wider, sondern auch sein Engagement für die deutsch-französische Freundschaft und die Förderung der Musikkultur in Deutschland.

Die Nachricht von seinem Tod hat nicht nur seine politischen Weggefährten, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger Geretsrieds tief getroffen. Sein Wirken wird noch lange in Erinnerung bleiben, und viele werden in Gedanken bei ihm sein, wenn sie an die Entwicklung ihrer Stadt zurückblicken.