In den malerischen Alpen rund um Jachenau, im idyllischen Ortsteil Niggeln, tatkräftig unterstützen Sebastian und Uschi Bauer seit 2020 die Almwirtschaft. Auf ihren rund zwölf Hektar großen Almwiesen am Nordhang des Staffel halten sie nicht nur ihre Kühe, sondern tragen auch aktiv zur Wertschätzung der hiesigen Flora und Fauna bei. Diese faszinierende Einbindung der Landwirtschaft zeigt, wie wichtig Viehhaltung ist, um die Flächen offen zu halten und Artenvielfalt zu fördern. Wie die Süddeutsche berichtet, droht allerdings eine Überwucherung der Heimweide durch Brennnesseln, Sträucher und andere unverträgliche Pflanzen, die den Artenreichtum gefährden.

Um diese Herausforderungen zu meistern, hat die Familie Bauer die Hilfe von Freiwilligen ins Boot geholt. Der neue Initiative im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat bereits einige helfende Hände angelockt; jeweils ein Dutzend Ehrenamtliche unterstützen die Bauers an Samstagen bei der Pflege der Wiesen. Dabei sorgen sie dafür, dass Brombeergestrüpp und Heckenrosen, die den Lebensraum für viele spezielle Pflanzen und Insekten gefährden, zurückgeschnitten werden. Margret Hütt, die Alpengebietsbetreuerin, berät und leitet die Freiwilligenaktion, die nicht nur der Natur, sondern auch dem Verständnis zwischen Landwirten und Bevölkerung nützt.

Engagierte Helfer im Einsatz

Die geleistete Arbeit der Ehrenamtlichen ist nicht zu unterschätzen. Heckenrosen und Brombeeren können das Wachstum der typischen Offenlandarten, von denen 90 Prozent in der Region vorkommen, stark beeinträchtigen. Ein zusammengewürfeltes Team kämpft also für den Erhalt dieser Artenvielfalt. Die Helfer, wie Wolfgang Konold und Beate Gruber, berichten von der Freude an der Arbeit im Freien. Für ihre Mühen werden sie mit einem herzhaften Mittagessen, Kaffee und Kuchen belohnt.

Für die Bauers ist die Zusammenarbeit mit Freiwilligen ein Segen, verstehen sie doch, dass die Unterstützung durch die Gemeinschaft unerlässlich ist. Sebastian Bauer, der hauptberuflich Entwicklungsingenieur ist und sich um 20 bis 25 Kühe sowie 35 Jungtiere kümmert, plant zudem, im Frühjahr 2024 Büsche und Bäume zu entfernen, um die Almflächen noch besser für die Viehhaltung zu nutzen.

Alm-Leben im weiteren Kontext

Doch was macht die Arbeit auf einer Alm eigentlich aus? In Österreich gibt es etwa 8000 Almen, wo über 300.000 Rinder und mehr als 110.000 Schafe für die pflegeleichte Biotoppflege zuständig sind. Der typische Almtag beginnt oft vor Sonnenaufgang und umfasst vielfältige Tätigkeiten, von der Weidebetreuung über die Zäune bis zum Melken der Kühe, wie unsere_almen berichtet. Ein wenig handwerkliches Geschick und großen Respekt vor Natur und Tieren sind für das Almleben unerlässlich. Trotz dessen verzeichnen die Almen Schwierigkeiten bei der Suche nach engagierten Mitarbeitern.

Die Alpenverein bietet daher eine Freiwilligenbörse an, um Menschen für kurze Einsätze in den Alpen zu gewinnen. Hierbei wird ein direktes Gespräch zwischen den Interessierten und den jeweiligen Sektionen ermöglicht, um die Voraussetzungen und Möglichkeiten abzuklären. Es werden auch praktische Informationen zur Ausrüstung bereitgestellt, sodass zukünftige Helfer bestens vorbereitet sind.

Insgesamt zeigt sich: Die Arbeit auf den Almen erfordert viel Einsatz, ist aber auch von einer tiefen Verbundenheit zur Natur geprägt. Für Sebastian und Uschi Bauer sind die Freiwilligen eine Bereicherung und eine Hoffnung für die Zukunft der Almwiesen.