Die Stadt Bad Tölz hat sich auf den Weg gemacht, die Radverkehrsinfrastruktur zu verbessern und damit nicht nur die lokale Mobilität zu fördern, sondern auch den touristischen Charakter der Region zu stärken. Die Fußgängerzone der Stadt ist tagsüber für Radfahrer gesperrt, was die Situation im oft eng befahrenen Stadtzentrum und im Kurviertel nicht einfacher macht. Um dem entgegenzuwirken, wurde ein Masterplan „Radverkehrs-Achsen“ erstellt, der Radfahrer auf ausgewiesene Routen leiten soll. Ein darauf spezialisiertes Verkehrsplanungsbüro hat insgesamt 31 Einzelvorschläge in einem Maßnahmenbuch zusammengetragen, wovon sechs Maßnahmen in einem ersten Schritt umgesetzt werden sollen. Diese Maßnahmen sind nicht nur für Einheimische, sondern auch für die zahlreichen Touristen von Bedeutung, die den Bodensee-Königssee-Radweg nutzen.
Die Stadt Bad Tölz verfolgt das Ziel, den Radverkehr durch kostengünstige Maßnahmen zu fördern, die keine aufwendigen Planungen erfordern. Dazu gehört die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Badstraße und Ludwigstraße bis zum Vichyplatz, wo Radler künftig Vorrang haben werden. Auf der Straße An der Osterleite wird der Radverkehr sowohl über die Fahrbahn als auch über den Gehsteig geführt. Zudem werden Schutzstreifen und Piktogramme auf der Staatsstraße 2368 und der Jahnstraße eingeführt, während die Jahnstraße zu einer Tempo-30-Zone umgewandelt wird. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Radfahrer, vor allem in Bezug auf geöffnete Autotüren und Engstellen.
Radverkehr als Teil nachhaltiger Mobilität
Der Landkreis hat bereits 2021 ein Radverkehrskonzept mit dem Schwerpunkt auf Alltagsradverkehr erstellt. Dieses Konzept soll die Grundlage für die Fortführung der Radverkehrsförderung bilden und zielt darauf ab, die Attraktivität des Umsteigens auf das Rad im Alltag zu erhöhen. Dabei spielt der Radverkehr nicht nur eine wichtige Rolle im Alltag, sondern hat auch eine touristische Bedeutung, insbesondere durch die Anbindung an den Bodensee-Königssee-Radweg und den München-Venzia-Radweg. Der Landkreis beteiligt sich jährlich an der Aktion Stadtradeln des Klimabündnis, um das Mobilitätsbewusstsein in der Bevölkerung zu fördern. So wird der Radverkehr seit 2019 kontinuierlich weiter gefördert.
Eine umfassende Befahrung und Analyse des Radnetzes hat ergeben, dass von insgesamt 475 km Alltagsradnetz etwa 315 km gut befahrbar sind. Dennoch wurden rund 300 Problemstellen und 50 Netzlücken identifiziert, die angegangen werden müssen. Hierbei ist die Einbindung von Politik und Verwaltung entscheidend, um die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Radinfrastruktur umzusetzen.
Finanzierung und Unterstützung des Radverkehrs
Die Förderung des Radverkehrs trägt zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung bei und ist ein relevanter Bestandteil des Mobilitätsmixes in Deutschland. Verschiedene Programme unterstützen die finanzielle Förderung des Radverkehrs. Auch wenn die Förderung im Jahr 2025 auf dem bisherigen Niveau bleibt, gibt es eine geringfügige Erhöhung der finanziellen Mittel, um die kontinuierliche Weiterentwicklung und Stärkung des Radverkehrs sicherzustellen. Der Bau und Erhalt von Radwegen an Bundesstraßen wird zu 100 % vom Bund finanziert, was zusätzliche Ressourcen für die Verbesserung der lokalen Radinfrastruktur freisetzt.
Insgesamt zeigt sich, dass Bad Tölz und der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf einem vielversprechenden Weg sind, um die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen und somit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und zum Klimaschutz zu leisten. Die geplanten Maßnahmen und die Unterstützung durch die Politik sind entscheidend, um eine sichere und attraktive Umgebung für Radfahrer zu schaffen. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie in den Quellen: Süddeutsche Zeitung, Landratsamt Tölz und Bundesministerium für Digitales und Verkehr.