Bad Tölz hat einen grünen Schritt in die Zukunft gemacht. Die neu errichtete Wärmeenergiezentrale (WEZ) wurde offiziell in Betrieb genommen und trägt maßgeblich zur CO₂-neutralen Energieversorgung der Region bei. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 30 Millionen Euro stellt die WEZ bereits die Energieversorgung eines ersten Wohnblocks sicher. Geschäftsführer Wolfgang Stahl hebt hervor, dass Bad Tölz bezüglich der Wärmeplanung Vorreiter ist, während zahlreiche Nachbargemeinden erst mit dem Ausbau der Fernwärme beginnen. Dieses Engagement ist gerade heute wichtiger denn je, da die Dekarbonisierung der Fernwärme eine zentrale Herausforderung in der globalen Energiewende darstellt, wie auch umfassende Analysen zur Wärmewende zeigen.
Der Bau der neuen Zentrale erforderte umfassende Infrastrukturmaßnahmen, einschließlich wochenlanger Straßensperrungen – insbesondere beim Isar-Düker. Hier wurden zwei beeindruckende Stahlrohre mit einem Gewicht von je 35 Tonnen unter dem Flussbett verlegt. Mit einer Gesamtleistung von 30 Megawatt ist die WEZ gut aufgestellt, um den Wärmebedarf der Stadt zu decken. Zwei große Luftwärmepumpen sind für etwa 30% des Bedarfs verantwortlich, während im Winter zwei Hackschnitzelanlagen weitere 40% bereitstellen. Der verbleibende Wärmebedarf wird durch ein Blockheizkraftwerk und Power-to-Heat-Anlagen ergänzt, wobei nur in Spitzenzeiten auf Gas zurückgegriffen wird. Dies ist ein Paradebeispiel, wie Städte fossile Brennstoffe nachhaltig aus ihren Energiesystemen drängen können.
Nachhaltige Energiequellen und Förderung
Ein wichtiger Bestandteil der Wärmeversorgung sind die Hackschnitzel, die aus Restholz der regionalen Wälder stammen. Diese werden von einem vollautomatischen Greifer-Kran im Lager sortiert und sorgen für eine regional verankerte und umweltfreundliche Energiequelle. In der WEZ sind vier Pufferspeicher mit jeweils 150 Kubikmetern Fassungsvermögen installiert, die für eine effiziente Wärmespeicherung sorgen. Bad Tölz profitiert zudem von einem Zuschuss von neun Millionen Euro vom Bafa für die WEZ, und die Stadtwerke planen eine weitere Förderung von 40% für das Leitungsnetz. Diese finanzielle Unterstützung ist entscheidend für den Fortschritt der klimaschonenden Wärmeversorgung.
Zusätzlich wird die WEZ zusammen mit dem Heizkraftwerk Hoheneck das südwestliche Stadtgebiet mit Fernwärme beliefern. Hierbei wird auch auf internationale Standards und lokale Entwicklungen gesetzt, um die Fernwärmesysteme deutlich zu verbessern und fortlaufend zu modernisieren. Bad Tölz hat bereits einen Energienutzungsplan verabschiedet, der als Grundlage für die zukünftigen Planungen dient und die Ambitionen der Stadt unterstreicht.
Das Ziel: Nachhaltigkeit und Preisstabilität
Die Stadtwerke Bad Tölz haben sich zum Ziel gesetzt, jährlich neue Kunden zu gewinnen, insbesondere im Bereich der großen Verbraucher. Dabei zielt das Unternehmen darauf ab, die Preise für Fernwärme stabil zu halten – eine Herausforderung, die von externen Faktoren beeinflusst wird. Um dem hohen und stetig wachsenden Bedarf an klimafreundlicher Energie gerecht zu werden, wird das Versorgungsnetz bis 2027 weiter ausgebaut, was Bad Tölz in eine zukunftsorientierte Position bringt.
Das Beispiel Bad Tölz zeigt auf, wie wichtig die Entwicklung von klimaschonenden Wärmenetzen für die Erreichung internationaler Klimaziele ist. Durch innovative Technologien und eine verstärkte Integration erneuerbarer Energien kann die Stadt nicht nur den eigenen Bedarf nachhaltig decken, sondern auch einen positiven Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen leisten. Diese Wärmewende könnte einen bedeutenden Teil zur Energiewende insgesamt beitragen, wie in vielen anderen Städten weltweit, die ähnliche Strategien verfolgen.
Bad Tölz ist somit ein gutes Beispiel dafür, wie man mit klugen Entscheidungen und einer nachhaltigen Planung den Herausforderungen der Zukunft begegnen kann. Die WEZ ist ein Schritt in die richtige Richtung und zeigt, dass es auch anders geht – mit einem guten Händchen und dem Fokus auf kommende Generationen.



