In Bad Kissingen tut sich etwas Wichtiges: Die Gruppe Co-ALA nimmt ihre Arbeit auf und bietet Angehörigen von Suchtkranken eine dringend benötigte Unterstützung. Diese Initiative zielt darauf ab, das oft verborgene Leiden durch Co-Abhängigkeit ins Licht zu rücken. Bei einer Erkrankung durch Sucht ist es nicht nur die betroffene Person, die leidet; die Familien stehen häufig vor enormen emotionalen Herausforderungen. Wie Fränkischer Tag berichtet, möchte die Co-ALA Gruppe den Angehörigen eine Plattform bieten, um sich auszutauschen und Strategien zu entwickeln, die helfen, die eigene Belastung besser zu bewältigen.
Das Leben mit einem Suchtkranken birgt eine ständige Unsicherheit und Angst – nicht nur für die direkt betroffenen Personen, sondern auch für die Familienangehörigen. Oft sind sie mit einer emotionalen Achterbahn konfrontiert, die von Hoffen und Bangen bis zu Wut und Verzweiflung reicht. Laut den Informationsangeboten von DHS tragen Eltern eine besonders hohe Last, wenn es um die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Kinder geht. Die Dauerbelastung durch ständige Krisen führt zu einem Gefühl der Isolation und lässt Angehörige oft hilflos und allein gelassen zurück.
Herausforderungen für die Familie
Die Herausforderungen im Umgang mit einem suchtgefährdeten Kind verstärken sich, besonders wenn das Kind noch im elterlichen Haushalt lebt. Die Unsicherheiten im Verhalten des Kindes machen es schwierig, verlässliche Absprachen zu treffen, was das Zusammenleben zusätzlich belastet. Die elterliche Sorge geht oft über die Sucht hinaus, da in solchen Kontexten auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen vorkommen können. Das gesamte Familiensystem gerät aus der Balance, was nicht nur die Eltern, sondern auch Geschwisterkinder betrifft, die unter Entwicklungsstörungen oder Problemen in der Schule leiden können.
Die Co-ALA Gruppe in Bad Kissingen bietet nun einen Raum, in dem Angehörige nicht nur gehört werden, sondern auch aktiv Lösungen und Unterstützung finden können. Diese Initiative ist ein Schritt, um die stigmatisierende Situation zu verändern und die Bedürfnisse der Angehörigen in den Vordergrund zu rücken. Jedes Mitglied kann seine Erfahrungen teilen und von den anderen lernen, was den Krankheitsverlauf für alle Beteiligten ein kleines Stück erträglicher machen könnte.