Bad Kissingen steht vor einer bedeutenden Herausforderung in der Energiewende. Die Stadt hat kürzlich die Ergebnisse ihrer kommunalen Wärmeplanung vorgestellt, die aufzeigt, dass der Wärmeverbrauch im Jahr 2023 rund 310.000 Megawattstunden betrug. Erstaunlicherweise wurden 79 Prozent dieses Wärmebedarfs über Erdgas gedeckt, während Heizöl für 13 Prozent verantwortlich war. Lediglich etwa sieben Prozent der Wärme stammen aus erneuerbaren Energien, wobei Holz mit einem Anteil von sechs Prozent die Hauptquelle darstellt. Solarthermen und Wärmepumpen spielen mit weniger als einem Prozent eine untergeordnete Rolle in der Wärmeversorgung der Stadt. Weitere Details zu diesen Ergebnissen finden Sie in einem Artikel von der Main Post.

Um den hohen Anteil von Erdgas in der Wärmeversorgung zu reduzieren, ist eine umfassende Transformation erforderlich. Die Stadt Bad Kissingen hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Wärmebedarf stärker aus erneuerbaren Quellen zu decken. Dies steht im Einklang mit den Bestrebungen des Landkreises Bad Kissingen, eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien anzustreben. Am 14. Oktober 2025 wurden neue Vorranggebiete für Windkraft durch den Regionalen Planungsverband Main-Rhön ausgewiesen, was als wichtiger Schritt in diese Richtung angesehen wird.

Chancen der Windkraft

Insgesamt wurden 2.310 Hektar neue Vorrangflächen für Windenergie ausgewiesen, verteilt auf sechs neue und sieben erweiterte Gebiete. Energieexperte Hans-Josef Fell schätzt, dass auf diesen Flächen rund 30 Windenergieanlagen mit jeweils 5 MW Leistung entstehen könnten. Dies könnte die in einer Studie von 2020 genannten 48 Anlagen in greifbare Nähe rücken. BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN begrüßen diese Entscheidung und fordern eine konsequente Überprüfung und Neubewertung bestehender Vorbehaltsgebiete, um den Ausbau der Windkraft voranzutreiben.

Die wirtschaftlichen Perspektiven sind ebenfalls vielversprechend: Eine Windkraftanlage mit 5 MW Leistung erzielt jährlich rund eine Million Euro Umsatz. Bei 30 Anlagen ergibt sich ein Jahresumsatz von 30 Millionen Euro, der größtenteils in der Region verbleibt. Pachtzahlungen und kommunale Beteiligungen können den Städten und Gemeinden etwa 50.000 Euro pro Anlage und Jahr einbringen, was in zehn Jahren auf etwa 15 Millionen Euro anwachsen könnte. Diese Energiewende wird nicht nur als Chance für den Landkreis betrachtet, sondern auch als Möglichkeit, die kommunale Handlungsfähigkeit zu stärken und regionale Wertschöpfung zu schaffen.

Der Weg zur nachhaltigen Wärmeversorgung

Der Landkreis Bad Kissingen hat erkannt, dass die Verbesserung der politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen notwendig ist, um Blockaden beim Ausbau der Verteilnetze und der Speicherinfrastruktur zu überwinden. Aktuell liegen beim Netzbetreiber E.ON Anfragen für Großspeicher im Umfang von 100 Gigawatt vor. Diese Entwicklungen sind entscheidend für die zukünftige Gestaltung der Energieversorgung und die Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Insgesamt zeigt sich, dass Bad Kissingen und der Landkreis auf einem vielversprechenden Weg sind, um die Abhängigkeit von Erdgas zu verringern und die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen und die Energieversorgung nachhaltig zu transformieren.