In Augsburg stehen die Zeichen auf Streik: Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag, den 7. April 2026, einen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr ausgerufen. Fahrgäste müssen sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen, da der Nahverkehr größtenteils zum Erliegen kommen wird. Dies ist bereits der vierte Streik im laufenden Tarifkonflikt, der zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) tobt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Mittwoch, den 15. April, geplant.
Die Forderungen von Verdi sind klar: Neben einer Gehaltserhöhung verlangt die Gewerkschaft eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und eine verbindliche Mindestruhezeit von elf Stunden. Der KAV hat jedoch die Forderungen nach einer Arbeitszeitverkürzung abgelehnt. In der Woche vor den Verhandlungen ist mit weiteren Arbeitsniederlegungen in mehreren Städten zu rechnen, während in anderen Bundesländern bereits Tarifabschlüsse erzielt wurden, die maximale Schichtlängen und Ruhezeiten festlegen.
Betroffene Linien und alternative Verkehrsmittel
Obwohl der Streik weite Teile des Nahverkehrs lahmlegen wird, gibt es einige Ausnahmen: So werden bestimmte Buslinien in Augsburg, wie die Linie 21 im Bärenkeller, die Linie 38 in Göggingen/Inningen/Bergheim sowie die Linien 24 und 25 in Haunstetten, trotz des Warnstreiks in Betrieb sein. Linien, die an externe Busunternehmen vergeben sind, sind ebenfalls nicht betroffen, jedoch handelt es sich hierbei nur um eine geringe Anzahl.
Fahrgäste werden eindringlich gebeten, alternative Verkehrsmittel wie Leihräder (Swabi) oder SWA-Carsharing zu nutzen. Die Stadtwerke haben zudem darauf hingewiesen, dass eine kurzfristige Umverteilung von Fahrern oder Bussen auf andere Linien aufgrund fehlender technischer Ausrüstung und notwendiger Schulungen nicht möglich ist.
Auswirkungen in anderen Städten
Der Warnstreik in Augsburg ist nicht isoliert. Verdi plant auch ganztägige Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Nürnberg, die am Dienstag und Mittwoch stattfinden sollen. Während am Dienstag Wartungsarbeiten betroffen sind, wird am Mittwoch mit größeren Auswirkungen auf den U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverkehr im gesamten Stadtgebiet gerechnet. Diese Situation könnte sogar Auswirkungen auf das Nürnberger Volksfest haben, das am Osterwochenende begonnen hat und bis zum 26. April andauert.
Insgesamt fordert Verdi für etwa 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen. Während die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorgelegt haben, das eine Entgeltsteigerung von über 6% bei 24 Monaten Laufzeit vorsieht, bleibt die Forderung nach einer Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde umstritten.
Der Blick über die Grenzen Bayerns hinaus
Die Situation im öffentlichen Nahverkehr ist nicht nur ein bayerisches Phänomen. In anderen Bundesländern, wie Niedersachsen, endete die Friedenspflicht am 31. März, was erneute Streiks möglich macht. Gleichzeitig gibt es in Saarland Überlegungen für unbefristete Streiks der Busfahrer. Verdi strebt auch hier eine Urabstimmung über Arbeitsniederlegungen an, während in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen bereits Einigungen erzielt wurden, die weitere Streiks verhindern.
Die Forderungen von Verdi sind Teil einer breiteren Bewegung, die bessere Arbeitsbedingungen für rund 100.000 Beschäftigte im Nahverkehr fordert. Dazu zählen kürzere Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In diesem Kontext ist es wichtig, Alternativen zum Nahverkehr zu nutzen, wie die ADAC Autovermietung, Fahrräder oder E-Scooter, um die Mobilität während der Streiks aufrechtzuerhalten.
Für die Pendler in Augsburg bleibt zu hoffen, dass die Verhandlungen am 15. April zu einem positiven Ergebnis führen und die Situation sich bald entspannen kann.