Am 27. Juli und 27. September 2025 verwandelt sich die Brechtbühne im Gaswerk Augsburg in eine schillernde Festung der Klänge mit der Veranstaltung „Exportschlager“. Hier werden bekannte deutsche Schlager nicht nur gespielt, sondern als Kunstlied neu interpretiert. In einer Mischung aus Satire und Ernsthaftigkeit zeigt die Veranstaltung, wie tief Ballermann-Hits im deutschen Musikverständnis verwurzelt sind. Wie das Augsburg Journal berichtet, trifft sich ein Ensemble aus klassisch ausgebildeten Musikerinnen und Musikern, die alles daran setzen, die oft als „nervig“ geltenden Ohrwürmer ins Kunstlied zu überführen.
Im Mittelpunkt steht der YouTube-Star Simon Mack, bekannt für seine barocke Version des Mallorca-Hits „Saufen“, die bereits 1,4 Millionen Aufrufe verzeichnet. In Augsburg hat Mack nicht nur sein Stück im Gepäck, sondern auch ein vielschichtiges Repertoire, das Lieder wie „Geh mal Bier hol’n“ umfasst. Selbst auf einer Staatstheater-Bühne hat er bereits für Furore gesorgt, wie die Süddeutsche Zeitung anmerkt.
Ohrwürmer und ihr Reiz
Was macht Ohrwürmer so beliebt und gleichzeitig so umstritten? Laut einer finnischen Umfrage erleben 90% der Menschen mindestens einmal wöchentlich einen Ohrwurm, und etwa 25% haben sogar mehrere pro Tag. Ohrwürmer sind Melodien, die sich ins Gedächtnis brennen – meist durch Wiederholungen und eingängige Textzeilen. Die Wissenschaft ist sich einig: Leicht merkbare Melodien mit kurzen Intervallen sind die Geheimwaffe gegen das Vergessen, und die Musikindustrie hat sich dieses Phänomen längst zunutze gemacht.
In Augsburg wird dies deutlich: Mit Künstlern wie Wiard Witholt, der mit „Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner“ für viele Lacher sorgt, und Luise von Garnier, die beim Putzen „Gestört, aber geil“ pfeift, entsteht ein Schmelztiegel aus Humor und Musik.
- Highlights der Veranstaltung:
- Datum: 27. Juli um 18 Uhr und 27. September um 19:30 Uhr
- Ort: Brechtbühne im Gaswerk, Augsburg
- Interpreten: Simon Mack, Wiard Witholt, Luise von Garnier und viele mehr
Eine Reise durch die Musikgeschichte
Die Veranstaltung begründet sich auf der Idee, die Ballermann-Kultur in den Kontext der deutschen Musikgeschichte zu stellen. Andreas Hillger, der für die Story verantwortlich ist, gießt die verschiedenen Elemente in eine unterhaltsame Form. Witzig und reflektiert wird dabei auch auf die romantischen Züge der Musik eingegangen, wie zum Beispiel in Franz Schuberts Hommage an die „schönste Nebensache der Welt“ – ein Stück, das die Zuhörer sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregen wird.
Pianistin Annalena Hösel bringt den Zuschauern bei, wie sie gegen Ohrwürmer ankämpfen kann, indem sie das Original hört. Dabei nutzt sie eine Karaokemaschine für Hits wie „20 Zentimeter“. Ein weiterer Beleg dafür, wie sich Schlager und Kunstlied miteinander verflechten können, ohne dabei ihre Leichtigkeit zu verlieren.
Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist ein Stück, das der Bariton Jonas Müller in einem eleganten Setting präsentiert, bei dem auch die jugendfreie Sprache in den Gedichten zur Sprache kommt. Wie furche.at schildert, entstehen Ohrwürmer oft als „Warteschleifenmusik“ im Gehirn, besonders in Zeiten der Ruhe.
Wer also auf der Suche nach einem amüsanten Abend mit viel Musik und einem Hauch von Ironie ist, sollte sich die „Exportschlager“-Veranstaltungen nicht entgehen lassen. Ein Abend voller Ohrwürmer, bei denen das Schmunzeln ebenso wichtig ist wie die Musik selbst!



