Stadion-Zukunft der Kickers: Aschaffenburg zeigt sich skeptisch
Die Offenbacher Kickers haben einen Antrag zur Stadionnutzung in Aschaffenburg gestellt, der vorübergehend genehmigt, aber auf Dauer abgelehnt wurde.

Stadion-Zukunft der Kickers: Aschaffenburg zeigt sich skeptisch
In Offenbach am Main brodelt es im Hintergrund des Fußballs. Die Offenbacher Kickers haben sich mit einer Anfrage an die Stadt Aschaffenburg gewandt, um das Stadion am Schönbusch als mögliche Ausweichspielstätte zu nutzen. Ein gutes Geschäft für den Klub, könnte man meinen. Doch die Stadt hat der Anfrage nur teilweise stattgegeben. Es gibt keine klare Zusage für eine dauerhafte Nutzung, wie kicker.de berichtet.
Der Grund? Personelle und organisatorische Einschränkungen machen einen Regelbetrieb im Stadion von Viktoria Aschaffenburg zur Herausforderung. Lediglich in Ausnahmefällen könnte das Stadion für einzelne Spiele genutzt werden, wenn diese einer Einzelfallprüfung standhalten.
Rückblick und Ausblick
Die Kickers, die derzeit ein Mietverhältnis für das Stadion am Bieberer Berg haben, wollen vor allem Optionen für die kommende Saison prüfen. Geschäftsführer Florian Holzbrecher erläuterte, dass man im November ohne einen konkreten Zeitraum angefragt habe, und es bleibt unklar, ob dies für die Rückrunde der laufenden Saison galt, die am 21. Februar anläuft. Immerhin sind noch 345.000 Euro an Stadionmiete offen, und der Klub zahlt jährlich über 200.000 Euro, was die Pflege der Trainingsplätze mit einschließt.
Ein positives Zeichen könnte die Zuschauerzahl sein: Mit durchschnittlich 6.218 Fans pro Partie haben die Kickers den fünftbesten Zuschauerschnitt in der vierten Liga. Doch die Frage bleibt, wie die Fans und Dauermieter auf einen möglichen Wechsel reagieren würden.
Stadion am Bieberer Berg – Ein historischer Ort
Das Stadion am Bieberer Berg ist eine Sportstätte mit Geschichte. Es wurde am 21. Mai 1921 eröffnet und hat seitdem einige Umbauten erlebt, zuletzt von 2011 bis 2012, mit Gesamtinvestitionen von 25 Millionen Euro. Heute bietet es Platz für 20.500 Zuschauer, von denen 10.300 Sitzplätze und 10.200 Stehplätze sind. Die Kapazität lässt sich sogar um 2.000 Stehplätze erweitern, wie Wikipedia vermerkt.
Mit einem Zuschauerrekord von 33.000 am 19. September 1968 hat das Stadion nicht nur die Geschichte der Kickers, sondern auch die des Fußballs in Deutschland geprägt. Aktuell stehen die Logen und Business-Seats des Stadions als Einnahmequelle im Fokus des Klubs, welcher die Mietzahlungen während der Corona-Pandemie gestundet hat.
Die Zukunft der Stadionlandschaft
Die Herausforderungen, vor denen die Kickers stehen, sind nicht die einzigen im deutschen Fußball. Laut verbandsbuero.de wurden seit 2000 rund 3,2 Milliarden Euro in die Stadien der 1. bis 3. Bundesliga investiert. Ein Großteil dieser Investitionen entfällt auf Modernisierungen. Der Impuls für viele dieser Sanierungen kam unter anderem von der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, die zur Renovierung zahlreicher Stadien führte.
Die Herausforderungen, die den Clubs wie den Kickers begegnen – von Denkmalschutz bis hin zu modernen Anforderungen – zeigen die Balance, die gefunden werden muss, um historische Stadien weiterhin zu nutzen und gleichzeitig attraktiv für die Zukunft zu gestalten. Multifunktionale Nutzungskonzepte und digitale Vernetzungen sind auf der Tagesordnung, um Stadien über den traditionellen Sportbetrieb hinaus zu entwickeln.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Kickers Offenbach ihren Platz in dieser dynamischen Landschaft finden, während sie spielerische Alternativen abwägen und die eigene Zukunft gestalten.