In Aschaffenburg wird ein Erinnerungsort geplant, der an die tragischen Ereignisse des Messerangriffs im Park Schöntal vom 22. Januar 2025 erinnern soll. Bei diesem Vorfall griff ein 28-jähriger afghanischer Geflüchteter eine Gruppe von Kleinkindern an, was zu zwei Todesopfern führte: einem zweijährigen Jungen mit marokkanischen Wurzeln und einem 41-jährigen Deutschen, der den Kindern zur Hilfe eilte. Zudem wurden drei weitere Personen verletzt, darunter ein zweijähriges Mädchen aus Syrien, ein 72-jähriger deutscher Helfer und eine 59-jährige Erzieherin aus Deutschland. Der Angreifer wurde aufgrund einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig eingestuft und in einer forensischen Psychiatrie untergebracht.

Der Stadtrat von Aschaffenburg hat nun einer bundesweiten Künstlerausschreibung für die Gestaltung dieses Erinnerungsorts zugestimmt. Der Gedenkort soll ein offener Raum für Gedenken, Begegnung, Bildung und Hoffnung sein, fernab vom Tatort und ohne politische Instrumentalisierung. Oberbürgermeister Jürgen Herzing betont, dass dieser Ort Hoffnung geben und nicht in Trauer erstarren soll. Die Kosten für die Umsetzung sind auf etwa 300.000 Euro geschätzt, wobei 200.000 Euro für den künstlerischen Entwurf eingeplant sind, und die restlichen 100.000 Euro für Fundamentierung, Website, landschaftsgärtnerische Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen sind.

Gestaltung und Planung des Erinnerungsorts

Die interdisziplinäre Kommission hat ein Konzept erarbeitet, das auch die Einbindung der Angehörigen der Opfer vorsieht, die dieses Angebot dankbar angenommen haben. Der geplante Erinnerungsort wird barrierefrei und würdevoll gestaltet. Eine Website wird eingerichtet, die Informationen über den Vorfall und die Opfer bereitstellt und gleichzeitig über Planungen, Veranstaltungen und ein Spendenkonto informiert. Ein QR-Code soll den Besuchern Zugang zu diesen Informationen ermöglichen.

In dem Bestreben, Bildung zu fördern, sind Workshops mit Schulen zu Themen wie Gewaltprävention und Zivilcourage geplant. Auch ein Workshop zum Thema Zivilcourage für Jugendliche steht auf der Agenda. Die Ausschreibung für die Künstlerentwürfe geht nun online, und die erste Auswahlrunde wird acht Entwürfe auswählen. Die finale Entscheidung über den Entwurf soll bis Ende 2025 getroffen werden. Die Fertigstellung des Erinnerungsortes ist für spätestens Januar 2028 angedacht, passend zum dritten Jahrestag der Tat.

Erinnerungskultur und Gedenkstätten

Die Bedeutung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten hat in den letzten Jahren zugenommen, was auch in der neu verabschiedeten Gedenkstättenkonzeption des Bundes reflektiert wird. Diese legt den Fokus auf die Wichtigkeit von Gedenkstätten für die Erinnerungskultur und die Demokratie in Deutschland. Die Singularität der Schoah wird bekräftigt, und das Unrecht der SED-Diktatur wird eindeutig benannt. Neue Schwerpunkte in der Projektförderung sollen definiert werden, während die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus in einem eigenen Konzept unterstützt werden soll.

Mit dem geplanten Erinnerungsort in Aschaffenburg wird ein weiterer Schritt in Richtung einer aktiven und erinnerungskulturellen Auseinandersetzung unternommen. Die Stadtgemeinschaft zeigt damit, dass sie zusammenstehen möchte, um den Opfern des tragischen Vorfalls zu gedenken und eine Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts zu vermitteln. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Projekt können auf der Website des [BR](BR) und [Merkur](Merkur) nachgelesen werden.