Die Sorge um die Geflügelpest, auch bekannt als aviäre Influenza, nimmt in Bayern zu. Am 10. November 2025 wurde im Landkreis Ansbach eine Wildgans gefunden, bei der das gefährliche HPAI-Virus nachgewiesen wurde. Laut Fränkischer.de wurde die Bestätigung des Friedrich-Löffler-Instituts erst jetzt bekanntgegeben, da die Proben von Hausgeflügel in Norddeutschland Vorrang hatten.
Obwohl diese Nachricht einen Alarm auslösen könnte, wurde betont, dass die Risikobewertung für den Landkreis Ansbach unverändert bleibt. Es gibt derzeit keine Aufstallpflicht für Geflügel, jedoch wird den Geflügelhaltern angeraten, Vorkehrungen zu treffen, um mögliche Kontakte zu Wildvögeln zu vermeiden.
Empfohlene Maßnahmen für Geflügelhalter
Experten raten zu mehreren Maßnahmen, um die Tiere zu schützen. Dazu zählt das Wechseln der Schuhe am Stalleingang, die Nutzung von Leitungswasser für die Tränken und Futterangebote im Stall, um die Wildvögel fernzuhalten. Auch die Bekämpfung von Schadnagern gehört zur empfohlenen Praxis. Das HPAI-Virus gilt als hochansteckend und kann für Hühner und Entenvögel fatale Folgen haben. Ungünstig für die Tiere ist die Tatsache, dass eine Impfung gegen das H5N1-Virus nicht möglich ist.
Die aktuelle Ausbreitung zeigt sich nicht nur in Bayern. In ganz Deutschland sind über 137 Ausbrüche des HPAI-Virus in mehreren Bundesländern dokumentiert, vor allem in Niedersachsen, wo 69 Ausbrüche allein in diesem Bundesland verzeichnet wurden. Wie auf Tierseucheninfo Niedersachsen zu lesen ist, sind Regions wie Cloppenburg, Diepholz und das Emsland besonders betroffen.
Die Lage der Wildvögel
Besonders betroffen von der Geflügelpest sind auch Kraniche, die zentrale Nervensystemstörungen aufweisen. Die Situation wird durch die Erfassung von HPAI-Fällen in Wildvögeln zusätzlich kompliziert. Im Jahr 2025 wurden bereits 950 Wildvögel untersucht; dabei wurden 236 Nachweise von HPAI festgestellt. Dies zeigt, dass das Virus endemisch in der Wildvogelpopulation vorkommt.
Im Geflügelsektor ist das Risiko für Menschen laut dem Robert-Koch-Institut gering. Bislang sind keine Erkrankungen in Deutschland bekannt. Es wird allerdings empfohlen, bei Sichtungen von angeschlagenen Wildvögeln, diese nicht anzufassen und die Hygienemaßnahmen zu beachten. Das Veterinäramt Ansbach bittet um Meldungen von Totfunden, idealerweise mit Geokoordinaten, um die Situation bestmöglich zu überwachen.
Der virale Befall wird weiterhin eng überwacht: In den letzten Monaten wurden in Deutschland immer wieder neue HPAI-Genotypen identifiziert. Sechs dieser Genotypen wurden seit November 2023 nachgewiesen. Ein Beispiel ist der Genotyp Ger-11-23-N1.1, der sich bis Ende 2023 in den Wildvogelpopulationen entlang der Nordseeküste verbreitete.
Insgesamt bleibt die Lage angespannt, und Geflügelhalter sind aufgerufen, erhöhte Vorsicht walten zu lassen. Mit den richtigen Maßnahmen und einer kontinuierlichen Überwachung kann einer weiteren Verbreitung des Virus entgegengetreten werden.