In Amberg dürfen sich Theaterliebhaber auf ein besonderes Highlight freuen: Das AMsemble startet ab dem 3. März den Vorverkauf für das neue Stück „Ajax“ von Thomas Freyer. Unter der Leitung von Winfried Steinl wird das Stück, das sich nicht nur auf die antike Geschichte des Trojanischen Krieges stützt, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Konflikte beleuchtet, für viel Aufsehen sorgen. Die Uraufführung fand bereits am 28. Oktober 2023 im Staatsschauspiel Dresden statt, wo Regisseur Jan Gehler eine eindrucksvolle Inszenierung präsentierte, die die Verbindung von Männlichkeit und Krieg thematisiert.
„Ajax“ ist kein Sammelsurium an Szenen, sondern ein durchdachtes Theaterstück, das sich mit historischen und modernen Männlichkeitsbildern sowie den Strukturen innerhalb der Familie auseinandersetzt. Der Dramatiker Thomas Freyer, der 1981 in Gera geboren wurde, hat im Laufe seiner Karriere einige Auszeichnungen erhalten, darunter das Dramatiker-Stipendium des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI im Jahr 2006 und den Förderpreis des Schiller-Gedächtnis-Preises 2007.
Eine moderne Tragödie
Das Stück „Ajax“ befasst sich auf spannende Weise mit dem Thema Männlichkeit und den damit verbundenen Kriegen. Die Hypothese, dass „ohne Männlichkeit kein Krieg und ohne Krieg keine Männlichkeit“ besteht, zieht sich durch die gesamte Handlung. In einem klar strukturierten Erzählverlauf wird die Verbindung zwischen der antiken Erzählung und einer modernen Familiengeschichte sichtbar. Hierbei wird die Familie von Ajax, die – wie auch viele moderne Familien – in einer Illusion von Glück lebt, von Auseinandersetzungen und Konflikten geprägt.
Der Vater, dargestellt von Oliver Simon, verwandelt sich von einem scheinbar typischen „Mansplainer“ zu einem fanatischen Prepper und Verschwörungstheoretiker. Seine Söhne, der angepasste Eurysakes und der rebellische Jonathan, spiegeln die negativen Auswirkungen traditioneller Männlichkeitsvorstellungen wider. Während Eurysakes das Scheitern der patriarchalen Strukturen demonstriert, flüchtet Jonathan in Drogen und Verwahrlosung, um sich von seinem Vater zu distanzieren.
Ein eindrückliches Erlebnis
Die Inszenierung kombiniert antike Mythologie mit einer gegenwärtigen Realität, wodurch die Themen sowohl zeitlos als auch aktuell wirken. Simultane Szenenführungen und der Einsatz eines Chors, der das Geschehen kommentiert, verstärken die emotionale Wirkung des Stücks. Wichtig ist auch, dass die Mütter in der Geschichte nach einem Ausweg aus der Gewalt und den erdrückenden Rollen suchen, die sie spielen müssen.
Interessierte können sich die Aufführungen an zwei Terminen merken: Am Samstag, 18. April, und am Samstag, 25. April, jeweils um 19.30 Uhr. Die Ticketpreise betragen 15 € (ermäßigt 7,50 €). Der Vorverkauf beginnt am 3. März und die Tickets sind erhältlich unter webshop.amberg.de, bei der Tourist-Information Amberg unter der Telefonnummer 09621/101233 oder per E-Mail an ticket@amberg.de. Tickets werden zudem an der Abendkasse eine Stunde vor Beginn verkauft.
So bringen die inszenierten Themen um Krieg und Familie, die in „Ajax“ behandelt werden, das Publikum zum Nachdenken und thematisieren aktuelle gesellschaftliche Fragen. Dabei bleibt das Stück schmerzhaft realistisch und endet ohne einfache Lösungen, gibt jedoch kleine Hoffnungen auf Frieden.Oberpfalz Echo berichtet hierzu ausführlich, während Nachtkritik ebenfalls auf die Premiere eingeht. Weitere Details und Hintergrundinformationen sind unter UB Frankfurt zu finden.