In Amberg haben verschiedene Initiativen, darunter Fridays for Future Amberg und Kunterbunt, einen offenen Brief mit 13 Forderungen an das künftige Stadtoberhaupt und den neuen Stadtrat verfasst. Dieser Brief wird am 28. Februar offiziell an die Stadträte und Kandidaten übergeben. Unter den Forderungen sind die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und die Beschleunigung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen. Die Initiatoren haben bereits zahlreiche nachhaltige Projekte in Amberg angestoßen, wie die „Grüne Hausnummer“, doch viele dieser Initiativen stagnieren derzeit.
Ein spezieller Fokus liegt auf dem Klimaziel der Stadt, das eine Klimaneutralität bis 2040 anstrebt. OB-Kandidat Tobias Winter von Die Linke hat auf die Herausforderungen hingewiesen, die der Denkmalschutz für die Installation von Photovoltaik-Anlagen in der Innenstadt mit sich bringt. Er fordert mehr Druck zur Nutzung geeigneter Flächen und schlägt vor, öffentliche Parkplätze mit PV-Anlagen zu überdachen. Sein Mitbewerber, CSU-Kandidat Stefan Ott, erkennt zwar die Notwendigkeit an, betont jedoch, dass bei Neubauten der Einbau von Photovoltaik vorgeschrieben ist und er sich in der Altstadt aufgrund der Brandgefahr zurückhaltend zeigt. Franz Badura von der ÖDP sieht die Klimaneutralität als verbindlichen Maßstab für die Stadtentwicklung und betont die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen.
Öffentlicher Nahverkehr als Schlüssel zur Klimaneutralität
Der offene Brief hebt die zentrale Rolle des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPV) hervor, der als effektives Mittel zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen gilt. Eine Verlagerung des Verkehrs auf den ÖPV, Rad- und Fußverkehr könnte erheblich zur Nachhaltigkeit in Städten wie Amberg beitragen. Der ÖPV umfasst sowohl den Schienenpersonenverkehr (SPV) als auch den öffentlichen Straßenpersonenverkehr (ÖSPV) und bietet im Vergleich zum Pkw niedrigere spezifische Emissionen. Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung unterstützt diese Bestrebungen, mit Investitionen von bis zu 2 Milliarden Euro jährlich ab 2025 für den ÖPNV.
Die Stadt Amberg könnte von den bundesweiten Maßnahmen profitieren, die die Erneuerung des Schienennetzes und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fördern. Bis 2030 sollen bis zu 50% der Stadtbusse elektrisch fahren, was nicht nur die Emissionen senkt, sondern auch die Lebensqualität der Bürger verbessert. In Deutschland nutzen jährlich rund eine Milliarde Menschen den ÖPNV, und es gibt das Ziel, diesen bis 2030 zu verdoppeln. Die Nachfrage nach Nah- und Regionalverkehr zeigt bereits positive Entwicklungen, wie ein Anstieg um 6% in Tübingen im ersten Halbjahr 2024.
Herausforderungen und Chancen für die Zukunft
Allerdings gibt es auch Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. So berichten nur 17% der Befragten von Verbesserungen im ÖPNV, während 34% zu seltene Abfahrten bemängeln. Zudem ist die Mobilitätssituation zwischen städtischen und ländlichen Regionen sehr unterschiedlich. Der Verkehrssektor verursacht 28% der Emissionen in Deutschland, und es besteht ein dringender Handlungsbedarf, um die Klimaziele zu erreichen. Experten schätzen, dass bis 2030 jährlich mindestens 16 Milliarden Euro für die notwendige Infrastruktur benötigt werden.
In Amberg können die Forderungen der Initiativen als Ausgangspunkt für eine engagierte Diskussion über die zukünftige Stadtentwicklung und die Umsetzung von Klimazielen dienen. Es bleibt abzuwarten, wie das neue Stadtoberhaupt und der Stadtrat auf die konkreten Vorschläge reagieren werden. Die Herausforderung liegt nicht nur in der Umsetzung von Maßnahmen, sondern auch in der Einbindung der Bürger und der Schaffung eines Bewusstseins für die Notwendigkeit eines nachhaltigen Wandels. Nur so kann Amberg auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040 vorankommen.
Für weitere Informationen zu den Forderungen und dem offenen Brief besuchen Sie bitte OTV. Zusätzliche Informationen über Maßnahmen zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs finden Sie auf der Website des BMV. Weitere Einblicke in die Herausforderungen und Chancen des ÖPNV erhalten Sie in diesem Artikel zur nachhaltigen urbanen Mobilität.