Am vergangenen Wochenende fand in Amberg die erste Ausbildungsmesse der Kreishandwerkerschaft Amberg-Sulzbach statt, die von rund 600 Schülern aus der Region besucht wurde. Diese Veranstaltung bot den jungen Interessierten die Möglichkeit, verschiedene Handwerksberufe hautnah zu erleben und praktische Erfahrungen zu sammeln. Kreishandwerksmeister Dietmar Lenk betonte die Wichtigkeit dieser Messe, da sie eine hervorragende Gelegenheit darstellt, künftige Fachkräfte zu gewinnen. Insbesondere im Hinblick auf den drängenden Bedarf an Nachwuchs im Handwerk ist ein solches Event mehr als willkommen. Alexander Stahl, Geschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, unterstrich zudem, dass viele Tätigkeiten im Handwerk nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden können, was die Attraktivität der Berufe zusätzlich steigert. Die Ausbildungsmesse wird am Samstagvormittag im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Amberg fortgesetzt. Jeder, der sich für Handwerksberufe interessiert, ist herzlich eingeladen, die Messe zu besuchen und sich über die Möglichkeiten zu informieren (Quelle).
Doch trotz solch positiver Ansätze steht das Handwerk in Deutschland unter großem Druck. Laut aktuellen Berichten gibt es rund 200.000 unbesetzte Stellen im Handwerk, was auf einen akuten Fachkräftemangel hinweist. Besonders betroffen sind Kleinbetriebe, die oft Schwierigkeiten haben, geeignete Nachfolger zu finden. Die Bundesagentur für Arbeit meldete Ende Dezember 119.565 offene Stellen, und für das Jahr 2025 blieben allein 16.213 Ausbildungsplätze unbesetzt. Jeder neunte Ausbildungsplatz ist vakant, was die Situation weiter verschärft. ZDH-Präsident Franz Xaver Peteranderl hebt die guten Berufsperspektiven im Handwerk hervor, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Kleine Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern stehen unter immensem Druck und viele Inhaber sehen sich gezwungen, aufzugeben. Der Fachkräftemangel wird in den kommenden Jahren noch gravierender, da viele Handwerker das Rentenalter erreichen und Nachwuchs fehlt (Quelle).
Die Herausforderungen des Handwerks
In einem weiteren Kontext hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) den tatsächlichen Bedarf an Fachkräften auf 200.000 zusätzliche Mitarbeiter geschätzt. Dies bedeutet, dass die Anzahl der Mitarbeiter im Handwerk bis 2026 um bis zu 60.000 sinken könnte, was sich negativ auf die gesamte Branche auswirken würde. Die anhaltende Bürokratie, hohe Steuern, steigende Energiepreise und Sozialabgaben belasten die Betriebe zusätzlich. Die ZDH-Prognose für 2023 deutet auf ein schwaches Umsatzwachstum von nur 1% hin, was die Unsicherheit in der Branche widerspiegelt. Der Fachkräftemangel ist nicht nur eine momentane Herausforderung, sondern ein langfristiges Problem, das entschlossen angegangen werden muss (Quelle).
Während die Ausbildungsmesse in Amberg einen kleinen Lichtblick bietet und den Nachwuchs für das Handwerk sensibilisiert, bleibt die Herausforderung des Fachkräftemangels ein zentrales Thema, das sowohl Betriebe als auch die Politik fordert. Der Druck auf kleine Handwerksbetriebe wächst, und es ist an der Zeit, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Attraktivität dieser Berufe zu steigern und die nächsten Generationen für das Handwerk zu gewinnen.



