In der kulturellen Landschaft Deutschlands gibt es immer wieder spannende Neuigkeiten, und eine der aufregendsten Ankündigungen der letzten Zeit kommt aus Amberg. AMsemble startet am 3. März den Vorverkauf für das Theaterstück „Ajax“, das unter der Leitung von Winfried Steinl aufgeführt wird. Dieses Stück, geschrieben von dem Dramatiker Thomas Freyer, hebt sich durch seine klare Form ab: Es handelt sich um ein „fertiges“ Theaterstück und nicht um eine Szenencollage. Die Uraufführung fand bereits 2023 in Dresden statt und war ein echter Publikumsmagnet.
Das Thema des Stücks ist von besonderer Relevanz, da es den historischen Krieg um Troja mit aktuellen Konflikten in Verbindung bringt. Dabei werden auch Männer- und Frauenbilder sowie das System Familie beleuchtet. Die Inszenierung ist faszinierend, da sie die Antike mit der gegenwärtigen Realität überlagert, was die Zuschauer sowohl zum Nachdenken als auch zum Fühlen anregt. Eine interessante Komponente ist die simultane Szenenführung sowie ein Chor, der das Geschehen kommentiert.
Die Inszenierung und ihre Themen
Die Premiere von „Ajax“ fand am 28. Oktober 2023 im Staatsschauspiel Dresden statt und wurde von Jan Gehler inszeniert. Die Hypothese des Stücks wird klar formuliert: „Ohne Männlichkeit kein Krieg, ohne Krieg keine Männlichkeit.“ Dies wird durch verschiedene männliche Charaktere verdeutlicht, die das Spannungsfeld zwischen Männlichkeit und Krieg thematisieren. Das Stück kombiniert den antiken Krieg der Griechen gegen Troja mit einer modernen Familiengeschichte, wodurch die Zuschauer einen tiefen Einblick in die Dynamiken der Geschlechterrollen erhalten.
Die Sprache des Stücks ist spröde und bietet nur wenige lustvolle Momente, was die Kunstfertigkeit im Szenenaufbau unterstreicht. Die Verknüpfung des alten Troja mit der modernen Welt schafft eine klare Trennung und Übergänge zwischen den beiden Erzählsträngen, was es dem Publikum erleichtert, den komplexen Themen zu folgen. Im Stück wird die Familie von Ajax vorgestellt, die in einer Illusion von Glück lebt, während der Vater, gespielt von Oliver Simon, sich vom Mansplainer zum fanatischen Prepper und Verschwörungstheoretiker entwickelt.
Aufführungsdetails und Ticketinformationen
Die Aufführungstermine für „Ajax“ in Amberg sind auf den 18. und 25. April um 19.30 Uhr festgelegt. Die Ticketpreise liegen bei 15 Euro (ermäßigt 7,50 Euro). Ab dem 3. März sind die Tickets erhältlich unter webshop.amberg.de, bei der Tourist-Information Amberg, telefonisch unter 09621/101233 oder per E-Mail an ticket@amberg.de sowie an der Abendkasse eine Stunde vor Beginn.
Das Stück thematisiert auch die negativen Auswirkungen von Männlichkeitszwängen an den Beispielen von Eurysakes, dem Sohn von Ajax, und Jonathan, der sich in Drogen und Verwahrlosung flüchtet, um sich von seinem Vater zu distanzieren. Die Mütter in der Geschichte suchen verzweifelt nach einem Ausweg aus der Gewalt und den gesellschaftlichen Rollen, die sie spielen müssen. Am Ende bleibt das Stück ohne Versöhnung, bietet jedoch kleine Hoffnungen auf Frieden.
Für alle, die sich für Geschlechterdarstellungen in der Literatur und Theaterkunst interessieren, bietet sich eine spannende Lektüre mit weiteren Informationen zu literarischen und filmischen Inszenierungen von 1800 bis heute an, die Sie unter diesem Link finden können.
Insgesamt verspricht „Ajax“ ein aufregendes Stück zu werden, das nicht nur die Bühne in Amberg beleben wird, sondern auch tiefere gesellschaftliche Fragen aufwirft, die in der heutigen Zeit von großer Bedeutung sind. Seien Sie dabei, wenn die antike Mythologie und die gegenwärtige Realität aufeinandertreffen!