Am Montag, dem 3. März 2026, blieben zahlreiche Zulassungsstellen in Bayern aufgrund einer IT-Panne geschlossen. Der Grund für diese Störung war ein Fehler bei einem Softwareupdate, das am Wochenende durchgeführt wurde. Betroffen waren insgesamt 20 Zulassungsstellen, darunter die Stadt Amberg und mehrere Landratsämter, wie beispielsweise in Deggendorf, Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck. Die Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) gab bekannt, dass die technischen Probleme in der Nacht behoben werden konnten, jedoch empfahl sie den Bürgern, die Homepage ihrer jeweiligen Zulassungsstelle zu besuchen, um Informationen über die Wiederverfügbarkeit der Dienstleistungen zu erhalten. Die AKDB entschuldigte sich bei den Betroffenen und den betroffenen Kommunen für die Unannehmlichkeiten, die durch diesen Vorfall entstanden sind.
Diese Störung ist nicht die erste ihrer Art. Bereits im April 2023 gab es eine ähnliche Panne, die auf einen technischen Fehler zurückzuführen war. Zudem führte eine Netzwerkstörung im November 2023 zu Problemen bei 80 Zulassungs- und Führerscheinstellen bundesweit. Ein weiterer Aspekt, der die aktuelle Situation verschärft, ist die Tatsache, dass die IT-Systeme in den betroffenen Kommunen nicht arbeitsfähig waren. Im Landkreis Deggendorf wurden beispielsweise alle Mitarbeiter der Zulassungsstellen nach Hause geschickt, während die Führerschein- und Zulassungsstelle im Landkreis Dingolfing-Landau den Schalter für Besucher geschlossen hat. Die Mitarbeiter in Dingolfing-Landau verrichten in der Zwischenzeit andere Tätigkeiten.
Ursachen und Folgen der IT-Panne
Die Panne ereignete sich in einem Rechenzentrum der AKDB und hatte Auswirkungen auf Behörden in 19 Kommunen im Freistaat. Laut den Verantwortlichen war der Fehler während des Software-Updates nicht vorhersehbar. Der Vorgang musste zurückgesetzt werden, was aufgrund der großen Datenmengen zusätzliche Zeit in Anspruch nahm. Die Störung wird voraussichtlich bis Dienstag anhalten, mit der Hoffnung, dass die Probleme idealerweise bis zum Mittag behoben werden können.
Ein Blick auf die IT-Sicherheit in Kommunen
Die wiederkehrenden IT-Störungen werfen ein Licht auf die allgemeine IT-Sicherheit in Kommunen. In den letzten Jahren haben IT-Sicherheitsvorfälle, einschließlich Ransomware-Angriffe und technische Störungen, zunehmend in den Nachrichten an Bedeutung gewonnen. Das Projekt „Kommunaler Notbetrieb“ zielt darauf ab, solche Vorfälle zu dokumentieren und öffentlich zugängliche Informationen zu sammeln. Jens Lange, der Informationssicherheitsbeauftragte der Stadt Kassel und Gründungsmitglied des Arbeitskreises Informationssicherheit des Deutschen Städtetages, kritisiert die fehlenden Meldepflichten und Mindeststandards für Kommunen. In den letzten zehn Jahren wurden 183 IT-Sicherheitsvorfälle erfasst, wobei die Zahl der Vorfälle seit 2023 angestiegen ist.
Die Vorfälle werden in verschiedene Kategorien eingeteilt, abhängig von ihrem Auswirkungsgrad, was die Bedeutung einer strukturierten Erfassung unterstreicht. Es ist offensichtlich, dass die Kommunen gut beraten wären, gesetzliche Mindeststandards und Meldepflichten zu implementieren, um die IT-Sicherheit nachhaltig zu verbessern. Die jüngsten Ereignisse in Bayern sind ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, solche Maßnahmen zu ergreifen, um die Funktionsfähigkeit öffentlicher Dienstleistungen zu gewährleisten.
Für weitere Informationen zu diesem Vorfall kann auf die Quelle der Mittelbayerischen Zeitung und die Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks verwiesen werden. Auch die Diskussion um IT-Sicherheit in Kommunen kann auf der Plattform netzpolitik.org weiterverfolgt werden.