In der Region Amberg-Sulzbach wird der Fachkräftemangel zur ernsthaften Herausforderung für viele Unternehmen. Um die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft zu stärken, fand im Landratsamt ein Unternehmerfrühstück statt, das von Landrat Richard Reisinger und der Wirtschaftsförderung organisiert wurde. Über 80 Vertreter von Unternehmen aus dem Landkreis nahmen an diesem Event teil, dessen zentrales Thema „Internationale Fachkräfte. Was Unternehmen wissen sollten“ war. Die Veranstaltung zielte darauf ab, das Bewusstsein für die Bedeutung internationaler Fachkräfte zu schärfen und Informationen darüber zu liefern, wie Unternehmen aus dem Landkreis diese gewinnen können. Hierbei wurde auch der Fachkräftemangel als aktuelles Problem angesprochen.
Petar Miščević von der Koordinierungs- und Beratungsstelle Berufsanerkennung sprach über die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen und erläuterte die Vorteile von Anerkennungsverfahren sowohl für Firmen als auch für Fachkräfte. Klaus Speckner von der Zentralen Stelle für die Einwanderung von Fachkräften informierte die Anwesenden über aufenthaltsrechtliche Fragen und Fördermöglichkeiten. Diese Informationen sind besonders wertvoll für kleine und mittelständische Unternehmen, die häufig keine eigenen Rechts- oder Personalabteilungen haben.
Fachkräfteeinwanderungsgesetz als Lösung
Der Fachkräftemangel in Deutschland ist nicht nur ein lokales, sondern ein nationales Problem, das durch demografischen und strukturellen Wandel verstärkt wird. Seit dem 1. März 2020 gilt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das qualifizierten Fachkräften und Hochschulabsolventen aus Drittstaaten eine legale Einreise nach Deutschland ermöglicht. Mit einer Aufenthaltserlaubnis sind diese Personen in der Regel zur Erwerbstätigkeit berechtigt. Das Gesetz bietet ein beschleunigtes Verfahren für die Einreise, sofern eine konkrete Jobzusage und ein gesichertes Einkommen vorliegen. Für ausländische Fachkräfte gibt es also viele Möglichkeiten, um in Deutschland Fuß zu fassen.
Besonders für Akademiker aus Drittstaaten ist die „Blaue Karte EU“ von Bedeutung, die einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt bietet. Voraussetzung dafür ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium, das mit einem deutschen Abschluss vergleichbar ist, sowie ein Mindestjahresgehalt, das je nach Berufsfeld variiert. IT-Spezialisten können ihre Aufenthaltserlaubnis sogar ohne formalen Abschluss erhalten, wenn sie ausreichend Berufserfahrung nachweisen können.
Unterstützung für internationale Fachkräfte
Die Bedeutung internationaler Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt wird durch die Fachkräftestrategie unterstrichen, die darauf abzielt, die qualifizierte Einwanderung zu erhöhen und Fachkräfteengpässe zu bekämpfen. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz stellt die rechtliche Grundlage für diese Migration dar und wurde mit dem Ziel entwickelt, bürokratische Hürden abzubauen. Durch gesetzliche Änderungen wurden bereits Erleichterungen bei der Anerkennung von Qualifikationen für ausländische Fachkräfte geschaffen.
Die regionalen Initiativen, wie das Unternehmerfrühstück, sind Teil eines umfassenden Ansatzes zur Unterstützung der regionalen Wirtschaft. Wirtschaftsförderin Angela Seidel hob die strategische Bedeutung der Fachkräftegewinnung für den Wohlstand der Region hervor. Der Landkreis Amberg-Sulzbach zeigt sich aktiv in der Unterstützung der Gewinnung und Integration qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland, und solche zielgerichteten Formate schaffen wertvolle Zugänge zu Fachwissen und erleichtern die Rekrutierung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Anwerbung internationaler Fachkräfte nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance für die Unternehmen in Amberg-Sulzbach darstellt. Mit den richtigen Rahmenbedingungen und einem starken Netzwerk aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung kann die Region gestärkt aus dieser Herausforderung hervorgehen.



