Der Christkindlmarkt in Altötting, der in diesem Jahr am 28. November seine Türen öffnet, bekommt ein straffes Sicherheitskonzept. Bürgermeister Stephan Antwerpen hat angekündigt, dass mobile Fahrzeugsperren installiert werden, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Diese Maßnahme erfolgt in Anbetracht der aktuellen Gefahrenlage und soll als Reaktion auf die gestiegenen Sicherheitsanforderungen auf Weihnachtsmärkten dienen. Bisherige Lösungen, wie die Nutzung von Betonlegosteinen, wurden als unzureichend erachtet, weshalb die Polizeiinspektion Altötting zusätzliche mobile Absperrungen forderte. Daher wurden zwei mobile Sperren im Wert von 44.087 Euro bestellt, um sowohl gegen Pkws als auch Lkws zu schützen und mögliche erste Angriffe abzuwehren. Interessanterweise waren die Kosten hierfür nicht im Haushalt eingeplant.
Die Bestellung der mobilen Sperren wurde am 12. November, vor einer wichtigen Stadtratssitzung, beschlossen. Die Lieferungen sollen rechtzeitig zum Auftakt des Marktes eintreffen. Anders als die teurere Miete für Sicherheitslösungen von etwa 10.000 Euro pro Zeitraum, entschied man sich für einen Kauf, um die Sperren nicht nur beim Christkindlmarkt, sondern auch bei anderen Veranstaltungen wie dem Fastenmarkt oder Open-Air-Konzerten verwenden zu können. Bürgermeister Antwerpen hat zudem signalisiert, dass eine Anfrage bei umliegenden Städten und Gemeinden zur gemeinsamen Nutzung oder zum Kauf der Absperrungen geplant ist.
Steigende Sicherheitskosten und Herausforderungen
Das Beispiel Altötting steht nicht allein. Auch im überregionalen Kontext sehen sich Weihnachtsmärkte mit wachsenden Sicherheitsanforderungen konfrontiert. In Essen-Steele hat der Vorsitzende des Stadtteilmarketing-Vereins, Leon Finger, bereits zum 49. Mal den dortigen Weihnachtsmarkt organisiert und musste vier Terrorsperren mit durchgehendem Sicherheitspersonal einrichten. Das Sicherheitskonzept verursacht Kosten von rund 100.000 Euro, wobei die Stadt Essen größtenteils die Ausgaben übernimmt. Doch die steigenden Sicherheitskosten sind nicht nur in Essen ein Problem; in Overath wurde der Weihnachtsmarkt aufgrund dieser finanziellen Belastungen gar abgesagt.
Der Bundesverband Veranstaltungssicherheit warnt, dass die hohen Anforderungen für kleinere Veranstalter kaum zu bewältigen sind. Terrorsperren sowie die dazu erforderliche Personalausstattung belasten die Budgets der Weihnachtsmarktbetreiber stark. Der Fokus auf Zufahrtsschutz könnte zudem andere Gefahren, wie etwa Messergewalt, aus dem Blickfeld geraten lassen, kritisiert Dennis Eichenbrenner, der Verbandsvorsitzende.
In diesem übergreifenden Zusammenhang zeigt sich, dass die Sicherheit nicht nur in Altötting, sondern in ganz Deutschland ein zentraler Aspekt für die Durchführung von Weihnachtsmärkten darstellt. Wenn die Vorbereitungen für die festliche Zeit anlaufen, wird also auch in der Altöttinger Innenstadt ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, den Besuchern nicht nur eine besinnliche Atmosphäre zu bieten, sondern sie auch bestmöglich zu schützen. Viele Augen werden auf die Stadt gerichtet sein, wenn der Christkindlmarkt beginnt – Sicherheit und Freude gehen hier Hand in Hand.