In den Landkreisen Mühldorf und Altötting sind die Borreliose-Fälle in diesem Jahr regelrecht in die Höhe geschossen. Bereits zu Anfang August 2025 sind die Zahlen besorgniserregend hoch. Laut Innsalzach24 wurden im Landkreis Mühldorf am 6. August 59 gemeldete Fälle registriert. Damit übersteigt die Zahl die des Vorjahres deutlich. Auch im benachbarten Landkreis Altötting ist mit 63 gemeldeten Borreliose-Fällen eine alarmierende Tendenz zu beobachten, die ebenfalls höher liegt als in den Jahren 2022, 2023 und 2024.

Die Ursachen für diesen sprunghaften Anstieg sind noch nicht vollständig klar. Es könnte jedoch eine Kombination aus verschiedenen Faktoren sein, die hier eine Rolle spielen. Ein Grund könnte das aktuelle Freizeitverhalten sein: Immer mehr Menschen verbringen Zeit im Freien. Dies erhöht logischerweise auch das Risiko von Zeckenbissen. Hinzu kommt, dass klimatische Bedingungen wie warmes und feuchtes Wetter die Zeckenpopulation begünstigen. Ein milder Winter hat möglicherweise dazu geführt, dass viele der kleinen Blutsauger gut über den Winter gekommen sind.

Wachsende Sensibilisierung und Diagnose

Ein weiterer Aspekt für die steigenden Fallzahlen könnte die verbesserte Sensibilisierung und Diagnostik der Bevölkerung sein, wodurch mehr Fälle erkannt und dokumentiert werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hebt zudem die Bedeutung der Borreliose als bakterielle Zoonose hervor, die im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten steht. Insbesondere die Veränderungen durch den Klimawandel beeinflussen die Verbreitung von Vektoren und Nagetier-assoziierten Krankheiten, wozu auch Borreliose zählt. Eine entsprechende Studie dazu wurde im Journal of Health Monitoring veröffentlicht.

Die Symptome einer Borreliose-Infektion sind nicht zu unterschätzen. Betroffene können unter Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen leiden. Besonders charakteristisch ist eine Hautrötung, die auch als Wanderröte bekannt ist. Ohne Behandlung kann die Krankheit zu ernsthaften Komplikationen führen, darunter chronische Gelenkentzündungen und neurologische Symptome. In einigen seltenen Fällen sind auch Herzrhythmusstörungen möglich.

Vorbeugung ist das A und O

Um einer Infektion vorzubeugen, empfiehlt es sich, Insektenschutzmittel zu nutzen und lange Hosen sowie langärmlige Hemden zu tragen, insbesondere in bewaldeten Gebieten oder in hohem Gras. Insbesondere nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper gründlich auf Zecken kontrolliert werden. Bei dem Verdacht auf eine Borreliose-Infektion, typisch sind insbesondere die kreisförmigen, roten Stellen rund um den Zeckenbiss, sollte unbedingt rasch ein Arzt konsultiert werden.

Die Gefahr, die von Zecken ausgeht, nimmt nicht ab – ganz im Gegenteil. Bleiben Sie wachsam und schützen Sie sich und Ihre Familie, damit der Sommer trotz aller Freuden in der Natur nicht mit unliebsamen Überraschungen endet. Weitere Informationen zur Borreliose bietet auch das RKI auf ihrer Webseite.