Am 20. Dezember 2025 war Altötting der Schauplatz der 15. Nikolauswallfahrt, die vom Weihbischof Dr. Josef Graf feierlich eröffnet wurde. In der Päpstlichen Basilika St. Anna versammelten sich rund 75 Nikolausdarsteller aus verschiedenen Regionen, um der traditionellen Veranstaltung beizuwohnen. Dies war das erste Mal, dass der festliche Gottesdienst in einem größeren Kirchenraum gefeiert wurde, was die wachsende Beliebtheit und Teilnehmerzahl eindrucksvoll unterstrich. Die Organisation der Wallfahrt liegt seit 2017 in den Händen von Christian Wieser, der nicht nur die Leitung übernahm, sondern auch den Gemeinschaftsgeist der Veranstaltung stark betonte. „Hier geht’s um die Weitergabe der Freude durch unser Ehrenamt“, erklärte Wieser.
„Das Nikolausgehen ist ein vorbildliches Zeichen der Barmherzigkeit“, so Weihbischof Graf während seiner Predigt. Er erinnerte an den heiligen Nikolaus von Myra, der für Nächstenliebe und Barmherzigkeit steht. Seine Botschaft zu den Anwesenden war klar: Gott wirkt oft im Kleinen und Unbedeutenden, ein Gedanke, der auch im Lukas-Evangelium (Lk 1,26-38) thematisiert wird, welches in dieser Adventszeit verlesen wurde. Diese Zeit ist eine Einladung zur Besinnung und zum Teilen – Werte, die auch die Nikolauswallfahrt verkörpert.
Ein bunter Festgottesdienst
Der festliche Gottesdienst wurde musikalisch von dem Lallinger Sängerverein unter der Leitung von Gebhard Schöffmann gestaltet. Zusammen mit Pater Fabian, Bruder Marinus und einem Diakon aus Wigratzbad sowie sieben Ministranten sorgte Weihbischof Graf dafür, dass die Atmosphäre festlich und einladend blieb. In seiner Predigt hob er die Bedeutung des heiligen Nikolaus als wichtige Adventsgestalt hervor.
Anschließend fand eine feierliche Prozession zum Kapellplatz statt, wo die Nikolausdarsteller ihren Dienst antraten. Besonders für die Kinder war die Stimmung magisch. Der Weihbischof sprach über die Liebe des heiligen Nikolaus und verteilte Schokoladennikoläuse an die wartenden Kinder. Unter den Kindern fiel Max auf, der mit seinem Mut und Charme den Weihbischof aufforderte, ihm seinen Bischofsstab auszuleihen – ein kleines, aber herzerwärmendes Highlight des Tages.
Tradition und Gemeinschaft
Die Tradition der Nikolauswallfahrt hin zur Gnadenkapelle ist über die Jahre gewachsen. Christian Wieser dankte denOrganisatoren und Teilnehmern und erinnerte an den Gründer dieser Festlichkeit. Die größte Gruppe der Teilnehmer kam aus Hals, was als großes Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft gesehen werden kann. Auch zahlreiche Vertreter von Offenberg, Bernried, Würzburg, Ulm und weiteren Orten waren anwesend.
Darüber hinaus fand die Veranstaltung nicht nur in Bayern Anklang. Nikolaus Patrick Thielsch aus Heroldstatt hat über die Jahre 42.000 Euro für gute Zwecke gesammelt, was die große Bedeutung des Nikolaus-Gehens unterstreicht. Der Nikolaus-Dienst erstreckt sich über Familien, Schulen und Altenheime – eine wichtige Rolle, die den Charakter der Verkündigung widerspiegelt.
Die Nikolauswallfahrt ist mehr als nur eine Veranstaltung; sie verbindet Tradition, Glauben und Gemeinschaft. An einem Ort, an dem Besinnlichkeit im Advent großgeschrieben wird, erlebt man die Freude am Teilen, die wir uns in dieser Zeit alle wünschen. Für die Teilnehmer bleibt die Botschaft des heiligen Nikolaus lebendig, und somit auch die Nächstenliebe in der heimischen Gemeinschaft.
Für weiteren Spaß und kreative Aktivitäten in der Vorweihnachtszeit lassen sich auch Ausmalbilder rund um den Nikolaus finden, die Eltern nutzen können, um die Geschichten und die Bedeutung des Nikolaus lebendig werden zu lassen. So bleibt die Vorfreude auf das Fest nicht nur im Herzen, sondern auch in den Händen und Köpfen der Kleinen.
Die Einladung zur Teilnahme an der nächsten Wallfahrt durch das Regensburger Diözesankomitee ist bereits ergangen, und die Organisatoren freuen sich auf viele neue Gesichter, die die frohe Botschaft des Nikolaus in die Welt tragen.