Die Gnadenkapelle in Altötting, auch bekannt als Heilige Kapelle, ist nicht nur ein bedeutendes Wallfahrtsziel, sondern auch ein Ort mit einer tiefen historischen Bedeutung. Am Montag, den 9. Februar, beginnt der Frühjahrsputz in der Kapelle, die für einige Tage, bis zum 12. Februar, geschlossen bleibt. Während dieser Zeit wird die berühmte Muttergottes von Altötting nach der 9-Uhr-Messe in die Stiftspfarrkirche von St. Philippus und Jakobus umgezogen. Dort wird das Gnadenbild in einem eigenen Schrein neben dem Volksaltar aufgestellt, während die Gottesdienste weiterhin in der Stiftspfarrkirche stattfinden. Die Kapellmesner werden während des Putzes viel zu tun haben, einschließlich der Reinigung von Altären, Fenstern, Votivbildern, Silberampeln und Heiligenfiguren. Die Rückübertragung des Gnadenbildes erfolgt am 12. Februar gegen 17.30 Uhr, vor dem Rosenkranz in der Gnadenkapelle (PNP).
Die Gnadenkapelle befindet sich am Kapellplatz in Altötting, Bayern, und ihre Ursprünge reichen bis ins 8. bis 10. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert wurde sie im gotischen Stil erweitert. Die Kapelle gilt als bayerisches Nationalheiligtum und ist ein bedeutendes Wallfahrtsziel in Deutschland und Europa. Innerhalb der Kapelle werden die Herzen bayerischer Herrscher aufbewahrt, und der Rundgang um die Kapelle ist mit zahlreichen Votivbildern behängt. Über 2.000 Votivbilder sind hier zu finden, die die tiefe Volksfrömmigkeit der Region widerspiegeln. Ein Wunder im Jahr 1489, bei dem ein ertrunkener Junge wieder zum Leben erweckt wurde, trug wesentlich zur Bekanntheit Altöttings als Marienwallfahrtsort bei (Wikipedia).
Die Schwarze Madonna
Im Zentrum der Verehrung steht die Statue der Schwarzen Madonna, die 64 cm groß und aus Lindenholz gefertigt ist. Sie stammt ursprünglich aus Burgund und wurde über das Zisterzienserkloster Raitenhaslach nach Altötting gebracht. Seit 1518 wird die Madonna mit prächtigen, bestickten Gewändern bekleidet, und ihre dunkle Färbung von Gesicht und Händen hat ihr den Titel „Schwarze Madonna“ eingebracht. Diese Verfärbung ist auf den rußigen Rauch der Altarkerzen zurückzuführen, wobei die Patinierung des eingearbeiteten Silberlüsters diesen optischen Effekt zusätzlich verstärkt. Die Statue zeigt einen milden, lieblichen Gesichtsausdruck der Gottesmutter, was zur Anziehungskraft des Gnadenbildes beiträgt (Gnadenort Altötting).
Die Gnadenkapelle wurde über die Jahrhunderte hinweg zu einem Zentrum der Volksfrömmigkeit, gefördert von den Wittelsbacher Fürsten. Seit den Wallfahrtstraditionen im 15. Jahrhundert hat sich die Kapelle als ein Ort des Glaubens und der Hoffnung etabliert. Papst Benedikt XVI. besuchte Altötting am 11. September 2006 und legte seinen Bischofsring vor dem Gnadenbild nieder. Diese hohe Anerkennung unterstreicht die Bedeutung der Gnadenkapelle und ihrer Madonna für Gläubige aus nah und fern.
Insgesamt ist die Gnadenkapelle nicht nur ein architektonisches Denkmal, sondern auch ein Ort, der mit zahlreichen Geschichten und Wundern verbunden ist. Die bevorstehenden Renovierungsarbeiten und der Umzug der Madonna sind ein Zeichen für die fortdauernde Verehrung und den Respekt, den dieser historische Ort erfährt.