Am vergangenen Wochenende wurde in den bayerischen Städten Neuötting, Reischach und Tüßling wieder ordentlich gefeiert. Die Polizei Altötting zieht eine durchweg positive Bilanz nach den Faschingszügen. Die Veranstaltungen waren gut besucht und die Stimmung war durchweg ausgelassen. Dank einer sorgfältigen Sicherheits- und Ablaufplanung konnten die Züge in einem friedlichen Rahmen stattfinden. Die Polizei bedankt sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und den ruhigen Verlauf der Feiern (Quelle).
In Neuötting wurden zwar vier Körperverletzungsdelikte registriert, doch die Geschädigten blieben glücklicherweise nur leicht verletzt. Zudem gab es zwei Fälle sexueller Belästigung, bei denen ein 36-jähriger Österreicher und ein 35-jähriger Deutscher als Tatverdächtige ermittelt wurden. Ein stark alkoholisierter Mann musste in Schutzgewahrsam genommen werden, während erstmals ein Lost-and-Found-Stand eingerichtet wurde, an dem ein Geldbeutel mit Amphetamin gefunden wurde. Gegen den 19-jährigen Besitzer aus Neumarkt wurde ein Verfahren nach dem Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.
Sicherheit und Ordnung im Fokus
In Reischach blieb die Situation unproblematisch; kleinere Streitigkeiten konnten frühzeitig unterbunden werden. Ein 23-jähriger Haiminger musste die Veranstaltung auf Anweisung der Polizei verlassen. In Tüßling hingegen wurde ein Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen einen 18-jährigen Teisinger eingeleitet, der ebenfalls einen leicht verletzten Geschädigten hinterließ. Diese Vorfälle zeigen, dass trotz der insgesamt positiven Stimmung immer ein gewisses Risiko besteht.
Die Polizei warnt jedoch auch vor einem anderen Phänomen, das sich in diesem Jahr bemerkbar machte: Nach dem Faschingsumzug in Welden wurden mehrere Fälle von sexueller Belästigung gemeldet. Hierbei wurden zwei Tatverdächtige, ein 42-Jähriger und ein 30-Jähriger, beschuldigt, mehrere Frauen in der Menge unsittlich berührt zu haben. Ein weiterer Vorfall ereignete sich in einem Festzelt, wo ein unbekannter Täter eine 27-Jährige bedrängte und dabei sowohl sie als auch ihren Lebensgefährten beleidigte (Quelle).
Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen
Die Vorfälle in Welden und die allgemeinen Sicherheitsbedenken haben dazu geführt, dass die Sicherheitskonzepte für Faschingsumzüge in Bayern zunehmend verschärft werden. Veranstalter sind dafür verantwortlich, dass alle Sicherheitsmaßnahmen im Vorfeld mit den Kommunen abgestimmt werden. Mobile Sperrmöglichkeiten und Poller zur Absicherung von Zufahrtsstraßen sind mittlerweile Standard. Auch Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk werden in die Planungen einbezogen, um eine möglichst sichere Veranstaltung zu gewährleisten. Dies geschieht im Kontext der erhöhten Gefahrenlage, die nach den Amokfahrten der letzten Jahre zu beobachten ist.
Aktuell gibt es zwar keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne, jedoch bleibt das potenzielle Risiko durch islamistischen Extremismus ein Thema, das nicht ignoriert werden kann. Dies hat zur Folge, dass die Kosten für die Organisation von Faschingsumzügen steigen, da immer mehr in Sicherheitsmaßnahmen investiert werden muss. So investiert beispielsweise die Erste Schweinfurter Karnevalsgesellschaft ESKAGE jährlich zwischen 7.000 und 10.000 Euro in Sicherheitskonzepte, was die Finanzierung in Zukunft komplizierter machen könnte (Quelle).
Insgesamt zeigt sich, dass die Faschingsfeiern trotz einiger Vorfälle und Herausforderungen ein wichtiger Teil der bayerischen Kultur sind. Es bleibt zu hoffen, dass mit den verbesserten Sicherheitsmaßnahmen die positive Stimmung und der Spaß am Feiern auch in Zukunft erhalten bleiben.