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Im Landkreis Altötting ist der Ausbildungsmarkt in Bewegung, und die Unternehmen sind gefordert, sich auf die sich verändernden Bedingungen einzustellen. Bereits jetzt sind die Betriebe auf der Suche nach neuen Azubis für das Ausbildungsjahr 2026, das am 1. September beginnt. Die Situation ist herausfordernd: Viele Unternehmen berichten von einem Rückgang der Bewerbungen und einer abnehmenden Qualität der eingehenden Anfragen. Besonders betroffen ist die EWD, wo der gewerbliche Ausbildungsleiter Fabian Killinger die Wichtigkeit des Nachwuchses für die Zukunft der Firmen betont. Er hebt hervor, dass die Außendarstellung des Unternehmens verbessert wurde und man aktiv an Schulen unterwegs ist, um potenzielle Interessenten zu gewinnen. Trotz dieser Bemühungen sind bei EWD aktuell noch zwei Ausbildungsplätze in der Industriemechanik verfügbar.

Die Situation ist nicht isoliert. Christoph Kleiner von Wacker Chemie berichtet, dass viele Ausbildungsstellen für 2026 bereits besetzt seien, jedoch bleibt die Rekrutierung ein schwieriges Unterfangen. Wacker Chemie beobachtet einen Rückgang der Bewerbungen und nachlassende schulische Leistungen bei einigen Bewerbern. Um dem entgegenzuwirken, pflegt das Berufsbildungswerk (BBiW) von Wacker Chemie direkten Kontakt zu Schülern und organisiert Veranstaltungen zur Ausbildungsrekrutierung. Dies zeigt, dass die Notwendigkeit von systematischem Ausbildungsmarketing sowohl für große als auch kleine Unternehmen von großer Bedeutung ist, insbesondere in ländlichen Gebieten.

Die Bedeutung von Ausbildungsmarketing

Um die unbesetzten Ausbildungsplätze zu verringern, ist ein effektives Ausbildungsmarketing unerlässlich. Die Ansprache der richtigen Zielgruppe und die Nutzung passender Kommunikationsstrategien sind entscheidend. Junge Menschen nutzen überwiegend digitale Medien, um sich über Ausbildungsplätze zu informieren. Laut einer Studie nutzen 41% der Jugendlichen Suchmaschinen, während 36% YouTube und 35% Instagram bevorzugen. Diese Präferenzen sollten Unternehmen in ihrer Rekrutierungsstrategie berücksichtigen. Praktische Erfahrungen und Schnuppertage werden von den Jugendlichen bevorzugt, was Unternehmen die Möglichkeit bietet, durch authentische Einblicke in den Berufsalltag Interesse zu wecken.

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Die Herausforderung bleibt dennoch hoch: Im Jahr 2023 blieben über 73.000 Ausbildungsstellen in Deutschland unbesetzt, und die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze übersteigt seit Jahren die der Bewerber. Der Hauptgrund für die Nichtbesetzung sind ungeeignete Bewerbungen, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) feststellt. Die Ausbildung zur Klempnerin/zum Klempner hatte 2023 den höchsten Anteil an unbesetzten Plätzen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Unternehmen ihre Ausbildungsplätze besser vermarkten können, um die dringend benötigten Fachkräfte zu gewinnen.

Ausblick und Herausforderungen

Die Ausbildungslandschaft in Deutschland ist im Wandel. Im Jahr 2023 begannen über 690.000 Menschen eine Berufsausbildung, während rund 486.000 ein Studium aufnahmen. Die Gesamtzahl der Azubis betrug etwa 1,2 Millionen, jedoch lag die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit rund 489.000 unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Diese Trends verdeutlichen die Notwendigkeit für Unternehmen, kontinuierlich in Ausbildungsmarketing zu investieren und sich auf die veränderten Bedürfnisse der jungen Menschen einzustellen. Die Herausforderungen sind groß, doch mit einer gezielten Ansprache und ansprechenden Angeboten können Unternehmen im Landkreis Altötting die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.