Alarmierende PFOA-Werte: Kinderspielplätze in Altötting gefährdet!
Bürgermeister Antwerpen informiert über alarmierende PFOA-Werte in Altötting, nach Bodenuntersuchungen auf Spielplätzen.

Alarmierende PFOA-Werte: Kinderspielplätze in Altötting gefährdet!
In der Stadt Altötting ist die Sorge vor einer möglichen Umweltgefahr groß, nachdem die Ergebnisse einer PFOA-Untersuchung alarmierende Werte zutage gefördert haben. Bürgermeister Stephan Antwerpen hat während der jüngsten Stadtratssitzung die besorgniserregenden Resultate präsentiert, die Ende November und Anfang Dezember in Grünflächen sowie auf Spielplätzen entnommen wurden. Die Proben überschritten den Prüfwert um ein Vielfaches, was sowohl für Anwohner als auch für Eltern eine große Besorgnis auslöst. Erfreulicherweise ergaben die zusätzlich beprobten Sandkästen jedoch Werte, die unter der Nachweisgrenze liegen, was einen kleinen Hoffnungsschimmer bietet. Die Auswertung wurde von der Passauer Neue Presse durchgeführt.
Doch was bedeutet das eigentlich, wenn wir von PFOA sprechen? Bei PFOA handelt es sich um eine spezifische Form der sogenannten PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), die auch als „Ewigkeits-Chemikalien“ bekannt sind, da sie sich nur äußerst schwer in der Umwelt abbauen. Diese Chemikalien haben bekanntermaßen bereits Böden und Gewässer im Landkreis Altötting verunreinigt und gelten laut der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) zudem als krebserregend. Die Bayerische Rundschau berichtet darüber, dass aufgrund dieser alarmierenden Erkenntnisse in Zukunft strenge Prüfwerte für den direkten Kontakt mit belasteter Erde gelten sollen, genaue Zahlen sind jedoch noch nicht kommuniziert worden.
Auswirkungen auf die Region
Das Landratsamt Altötting zeigt sich alarmiert und vermutet, dass viele Bereiche im Landkreis voraussichtlich über diesen neuen Prüfwerten liegen werden. Besonders betroffen sind Kinderspielflächen, Wohngebiete, Park- und Freizeitanlagen sowie Industrie- und Gewerbegrundstücke. Im Falle einer Überschreitung der Prüfwerte obliegt es der Behörde, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die von Warnhinweisen bis hin zu umfangreichen Sanierungsmaßnahmen reichen können. Strenge Schutzmaßnahmen für Kinderspielflächen und Wohnanlagen sind zu erwarten.
Clevererweise hat das Landratsamt empfohlen, dass Gemeinden aktuelle Bodenproben nehmen, insbesondere in Spielplätzen. Ein Beispiel für schnelles Handeln ist die Gemeinde Pleiskirchen, wo Bürgermeister Konrad Zeiler bereits Proben an einer Grundschule und einem Kindergarten genommen hat. Die Ergebnisse aus Pleiskirchen stehen noch aus, dennoch zeigt diese Initiative das richtige Händchen im Umgang mit der bedrohlichen Situation.
Langfristige Herausforderungen
Die Problematik ist jedoch nicht nur lokal zu betrachten. Eine systematische Erfassung der PFAS-Belastung in Böden in Deutschland bleibt unvollständig, so das Umweltbundesamt. Die Untersuchungen zielen darauf ab, diffuse Hintergrundbelastungen sowie anlassbezogene Verdachts- und Schadensfälle zu identifizieren. Oft gelangen PFAS durch versickerndes Wasser in tiefere Bodenschichten und letztendlich ins Grundwasser. Es ist zu beachten, dass langkettige PFAS nur sehr langsam in die Umwelt entweichen, während kurzkettige Verbindungen schneller mobil sind.
Ein weiteres Thema ist die Verunreinigung landwirtschaftlicher Nutzflächen, was bedeutet, dass PFAS über Klärschlämme und Pflanzenschutzmittel in die Nahrungskette gelangen kann. Angesichts der weitreichenden Anwendung von Chemikalien in verschiedenen Industrien ist dies nicht nur eine lokale, sondern auch eine nationale Herausforderung, die ein aktives Handeln erfordert, um die Gesundheit von Menschen und Umwelt zu schützen.
Aufmerksame Bürgerinnen und Bürger sind nun gefordert, sich über die Entwicklungen zu informieren und gegebenenfalls ihre Bedenken zu äußern. Die kommenden Monate werden für den Landkreis Altötting entscheidend sein, und es bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Behörden die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Bürger zu schützen und die Umweltbelastung zu minimieren.