Am 18. Oktober haben etwa 400 Männer der Marianischen Männerkongregation (MMC) Eichstätt ihren Fuß pilgernd nach Altötting aufgebrochen. Unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ machten sich die Teilnehmer im Rahmen des Heiligen Jahres auf zur gemeinsamen Sodalenwallfahrt der bayerischen Kongregationen. Die Route führte von Heiligenstatt über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle und endete in der Basilika St. Anna, wo eine feierliche Heilige Messe stattfand.
In dieser festlichen Atmosphäre fungierte der MMC-Präses Kapuzinerpater Georg Greimel als Hauptzelebrant. In seiner Predigt hob er die zentrale Rolle des Gebetes hervor und zitierte den heiligen Franz von Sales mit den aufmunternden Worten: „Du solltest jeden Tag eine halbe Stunde beten – außer du hast keine Zeit, dann bete eine Stunde.“ Bruder Georg ermunterte die Anwesenden, besonders in einer Zeit voller Hektik und Zeitmangel Raum für das Gebet zu schaffen.
Die Geschichte der Marianischen Kongregation
Doch was steckt eigentlich hinter der Marianischen Kongregation? Gegründet wurde sie im Jahr 1563 vom Jesuitenpater Jean Leunis. Ursprünglich nur Mitglieder zulassend, zählte die Kongregation im Jahr 1576 bereits etwa 30.000 Teilnehmer, größtenteils Schüler und Studenten. Die erste Gründung im deutschsprachigen Raum fand 1573 in Wien statt, gefolgt von weiteren Gründungen in Städten wie Dillingen, Köln und Augsburg. Im Jahr 1584 bestätigte Papst Gregor XIII. die Kongregation offiziell.
Mit der Zeit erlebte die Kongregation verschiedene Höhen und Tiefen. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 fiel die Jurisdiktion über die Kongregationen an die Bischöfe. Dennoch boomte die Mitgliederzahl, nachdem 1854 das Dogma über die Unbefleckte Empfängnis Mariens verkündet wurde. So wuchs die Zahl der Sodalen in Deutschland auf bis zu 80.000.
Ein modernes Engagement
Heute ist die MMC Teil eines Netzwerkes von über 15 Marianischen Männerkongregationen in Deutschland, die insgesamt etwa 45.000 Mitglieder zählen, hauptsächlich in Bayern. Diese Gemeinschaften sind nicht nur Teil einer historischen Tradition, sondern auch aktive Lebensgemeinschaften, die sich den ignatianischen Grundsätzen verbunden fühlen.
Das Engagement der MMC und anderer Kongregationen spiegelt sich auch in der langen Geschichte der marianischen Wallfahrten wider. Die Erfahrungen und tiefen Spiritualitäten, die bei solchen Pilgerreisen entstehen, sind essenziell für das Glaubensleben ihrer Mitglieder. Somit bleibt der Pilgerweg nach Altötting nicht nur eine Reise zu einem heiligen Ort, sondern auch ein starkes Symbol des Zusammenhalts und der Hoffnung in der heutigen Zeit.
Für weitere Informationen über die Marianische Kongregation und ihre spannende Geschichte schauen Sie auf die Seiten von Bistum Eichstätt, Wikipedia und Academia.edu.