In der Region Altötting gibt es erfreuliche Nachrichten für die palliativmedizinische Versorgung. Der Bayerische Landtag hat beschlossen, 275.000 Euro für den Aufbau eines palliativgeriatrischen Dienstes der Speziellen Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) am Inn gGmbH bereitzustellen. Diese Förderung stammt aus einem Sondertopf des Landtags und ist Teil einer Fraktionsinitiative der Regierungsparteien. Landtagsabgeordneter Markus Saller hat sich für die Mittel eingesetzt, die in die Landkreise Mühldorf, Altötting und Rottal-Inn fließen werden.
Der neue Dienst soll Pflegeheime vor Ort unterstützen und mit spezialisierten Fachkräften bereitstehen. Ein zentrales Ziel ist es, das Pflegepersonal zu beraten, Angehörige einzubinden und unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Angesichts des demografischen Wandels und des steigenden Bedarfs an palliativmedizinischer Begleitung in Pflegeheimen ist dieser Schritt besonders wichtig. Die Fachkräfte der SAPV am Inn gGmbH werden das Pflegepersonal vor Ort beraten, bei der Einschätzung palliativer Bedarfe unterstützen und Schulungen anbieten. Langfristig soll dieser palliativgeriatrische Dienst fester Bestandteil der regionalen Versorgungsstruktur werden – eine tolle Entwicklung für die Lebensqualität der Bewohner in ihrer letzten Lebensphase. Die Mittel dienen zunächst als Anschubfinanzierung für die ersten drei Jahre, was für einen positiven Start sorgt.
Unterstützende Strukturen in der Region
Zusätzlich zur SAPV am Inn engagiert sich der Anna Hospizverein in der Region und bietet umfassende Informationen zu seinen Tätigkeitsbereichen. Diese umfassen nicht nur die SAPV, sondern auch die HospizInsel und die Hospizakademie Annabrunn. Der Hospizverein hat sich das Ziel gesetzt, Menschen in schwierigen Lebensphasen zu unterstützen und versteht Hospizarbeit als eine achtungsvolle Begleitung in der letzten Lebensphase.
Im Rahmen ihrer Arbeit kooperiert der Anna Hospizverein mit verschiedenen Institutionen, um eine ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten. Dazu gehört die Begleitung von trauernden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie die Öffentlichkeitsarbeit zur Enttabuisierung von Tod und Trauer. Darüber hinaus werden Ausbildung und Weiterbildung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der Palliativ- und Hospizarbeit angeboten, um die Qualität der Betreuung zu sichern.
Einblick in die Palliativversorgung in Deutschland
Die Entwicklungen in Altötting und Umgebung sind Teil eines größeren Trends in Deutschland, wo die Palliativversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Eine Studie über die zeitliche Entwicklung und regionale Unterschiede in den Versorgungsformen zeigt, dass die Inanspruchnahme von Palliativversorgung insgesamt gestiegen ist. Insbesondere die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hat von 2016 bis 2019 einen Anstieg von 13,3% auf 16,0% verzeichnet. Diese Zunahme ist nicht nur erfreulich, sondern weist auch auf die Notwendigkeit hin, die Versorgungskapazitäten weiter auszubauen, um den wachsenden Bedarf zu decken.
Die Ergebnisse der Studie legen auch nahe, dass es regionale Unterschiede in der Inanspruchnahme von Palliativversorgung gibt, die nicht allein durch bedarfs- oder zugangsbezogene Merkmale erklärt werden können. Dies könnte auf eine ungleiche Verteilung der Versorgungskapazitäten hindeuten, was angesichts des wachsenden Bedarfs und abnehmender personeller Ressourcen kritisch betrachtet werden sollte. Die Entwicklungen in der Region Altötting sind somit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Qualität und Verfügbarkeit von Palliativversorgung für alle Betroffenen zu verbessern.
Für weitere Informationen über die SAPV und die Angebote des Anna Hospizvereins besuchen Sie bitte die offiziellen Seiten: Innsalzach24 und Palliativ am Inn. Die umfassende Unterstützung in der Region trägt zur Verbesserung der Lebensqualität in einer besonders herausfordernden Lebensphase bei.



