Wenn die letzten Stunden des Jahres hereinbrechen, leuchten nicht nur die Feuerwerkskörper am Himmel, sondern auch die Traditionen, die weltweit und ganz besonders in Bayern die Silvesterfeierlichkeiten prägen. Silvester ist ein Fest, das auf vielfältige Art und Weise begangen wird, und die Unterschiede zeigen sich sowohl innerhalb Deutschlands als auch in anderen Ländern.
Nehmen wir einmal Naraci Paes aus Kissing, der Silvester in Salvador, Brasilien, feierte. Bei 32 Grad sprang er über sieben Wellen – eine Tradition, die Glück und Wohlstand bringen soll. In Brasilien formuliert man um Mitternacht seine Wünsche im Stillen und genießt ein Festessen mit Meeresfrüchten anstelle von Fleisch. Das ist ein schöner Kontrast zu den Feierlichkeiten in Deutschland, wo man sich oft mit Freunden und Nachbarn zum Anstoßen trifft und Raclette oder Fondue serviert. Viele nutzen die Gelegenheit, um „Dinner for One“ im Fernsehen zu schauen und um Mitternacht mit Böllern und Wunderkerzen zu feiern, wie NDR berichtet.
Traditionen aus aller Welt
Auch in Österreich feierte Franz Kralj in Leobersdorf Silvester auf seine eigene Art und Weise. Das Festessen bestand aus Würstchen und selbstgebackenen Plätzchen, und der Höhepunkt des Abends war eine kleine Rakete für drei Schilling. Um Mitternacht hörte er die Pummerin im Radio und tanzte den Donauwalzer. Jetzt in Ried, Hörmannsberg, sind Bleigießen und ein Glas Sekt mit Nachbarn sehr beliebt. In ähnlicher Manier wird in Mering von Solongo Treml berichtet, dass Silvester dort eher wie ein Familienfest mit Geschenken und Kartoffelsalat gefeiert wird. Als weiteres Highlight essen die Meringer Raclette und schauen „Dinner for One“.
In der Ukraine hingegen, wie Olha Karuza berichtet, wird Silvester nicht ganz so groß gefeiert. Stattdessen stehen Familientreffen im Vordergrund. Am Neujahrstag bringen männliche Verwandte Getreidekörner mit, was ebenfalls Glück bringen soll. Das erste männliche Familienmitglied, das man sieht, soll ebenfalls Glück bringen.
Europäische Bräuche und Aberglauben
In Europa gibt es zahlreiche weitere Traditionen, die darauf abzielen, Glück und Wohlstand für das neue Jahr zu sichern. In Griechenland wird nach Mitternacht der Neujahrskuchen „Vassilopita“ angeschnitten, in dem eine Münze versteckt ist. Wer die Münze findet, hat Glück im neuen Jahr. In Spanien gehört es dazu, um Mitternacht zwölf Weintrauben zu essen – eine für jeden Glockenschlag, was Glück für jeden Monat bringen soll. Die Tradition wird übrigens live von der Turmuhr auf der Madrider Puerta del Sol übertragen, wie ZDF beschreibt.
Italiener tragen an Silvester rote Unterwäsche, die das Liebesglück bescheren soll, und essen Hülsenfrüchte wie Linsen, die Wohlstand symbolisieren. In Dänemark wird die Neujahrsansprache des Königs am 31. Dezember live im Fernsehen gezeigt. Und Polen hält sich an den Brauch, an Silvester nicht zu putzen, um das Glück im Haus zu behalten.
Am Ende des Tages ist es der persönliche Ausdruck und die Pflege der eigenen Traditionen, die Silvester zu einem ganz besonderen Abend machen, egal wo man sich befindet. Ob bei gutem Essen, fröhlichem Beisammensein oder besonderen Bräuchen – jeder kocht sein eigenes Glücksrezept. Schließlich geht es darum, die besten Wünsche für das kommende Jahr zu formulieren und mit seinen Lieben zu feiern.