Psychische Gesundheit im Fokus: Seminarreihe stärkt Lehrkräfte im Landkreis

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In Aichach-Friedberg unterstützen Seminare Lehrkräfte bei der Bewältigung psychischer Belastungen von Schülern.

In Aichach-Friedberg unterstützen Seminare Lehrkräfte bei der Bewältigung psychischer Belastungen von Schülern.
In Aichach-Friedberg unterstützen Seminare Lehrkräfte bei der Bewältigung psychischer Belastungen von Schülern.

Psychische Gesundheit im Fokus: Seminarreihe stärkt Lehrkräfte im Landkreis

Was bewegt die Schulen im Landkreis Aichach-Friedberg? Immer mehr Lehrkräfte stellen fest, dass psychische Belastungen bei Schülerinnen und Schülern zunehmen. Diese Sorgen sind nicht unbegründet: Laut einer aktuellen Studie der AOK haben über 20 % der AOK-versicherten Jugendlichen unter 18 Jahren ein erhöhtes Risiko für langfristige gesundheitliche Schäden aufgrund psychischer Belastungen. Das Thema beschäftigt nicht nur die Schüler, sondern wirkt sich auch auf die Lehrkräfte und deren Umfeld aus. Um dem entgegenzuwirken, wurde im Landkreis ein neues Projekt namens RISE ins Leben gerufen, das Lehrkräfte dabei unterstützt, diese Herausforderungen besser zu meistern. LRA Aichach-Friedberg berichtet, dass RISE für Resilienz, Interaktion, Schulung und Empowerment steht und sich auf die Erkennung psychischer Belastungen konzentriert.

Die Seminarreihe, die am 8. Januar 2026 im Kreisjugendamt in Friedberg ihren Auftakt hatte, wird von erfahrenen Psychologinnen und Psychologen der Akademie für Coaching, Training und Psychotherapie (ACTP) durchgeführt. Lehrkräfte haben hier die Gelegenheit, ihre eigenen Ressourcen besser zu nutzen und die psychischen Belastungen ihrer Schüler frühzeitig einzuschätzen. MyHeimat hebt hervor, dass diese Schulungen auch wichtige Themen wie die Wahrnehmung eigener Grenzen und Kommunikation abdecken. Für April 2026 ist sogar ein zweiter Durchgang der Seminarreihe geplant, auf den sich viele Lehrkräfte freuen.

Wachsende Herausforderung für Schulen

Die Situation für Kinder und Jugendliche ist nicht zu unterschätzen, gerade in Zeiten, wo internationale Krisen, soziale Medien und gesellschaftlicher Leistungsdruck den Alltag besonders prägen. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass immer mehr Schüler unter psychischen Problemen leiden. Während der Corona-Pandemie stiegen die Depressionssymptome bei jungen Menschen um 75 % an. Belastungen durch den Klimawandel und globalen Konflikte schlagen sich ebenfalls auf die seelische Gesundheit nieder. Die Chancenstiftung berichtet, dass 20-25 % der Kinder und Jugendlichen Symptome psychischer Erkrankungen aufweisen.

Die Schule spielt hierbei eine zentrale Rolle, um Themen zur psychischen Gesundheit aufzugreifen und offensiv zu bearbeiten. Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen sind entscheidend für die Unterstützung der Schüler. Doch das Schulsystem hat begrenzte Ressourcen und kann den hohen Bedarf nicht ausreichend decken. Dies ist besonders kritisch, da psychische Probleme oft zu Lernrückständen, verminderter Motivation und Konzentrationsstörungen führen, was sich in den Noten niederschlägt.

Neue Wege zur psychischen Gesundheit

Um diesem Teufelskreis entgegenzuwirken, bieten Initiativen wie die „Mental Health Coaches“ an über 100 Schulen bundesweit zusätzliche Unterstützung. Diese Coaches verfügen über relevantes Fachwissen und unterstützen Schülerinnen und Schüler durch Gruppenangebote. Auch Programme wie „Kopfsachen“ und „tomoni mental health“ bieten Fortbildungen zur Früherkennung psychischer Erkrankungen an und tragen dazu bei, die Resilienz der Schüler zu stärken.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass auch lokale Initiativen wie das RISE-Projekt weiterhin Unterstützungsangebote schaffen und die Schulung von Lehrkräften fördern. Interessierte Lehrkräfte oder JAS-Kräfte können sich zur Teilnahme an den Seminaren über FIBS anmelden oder direkt an Christina Hüßner wenden. Das Engagement dieser Projekte könnte der Schlüssel sein, um langfristig die psychische Gesundheit der Schüler zu fördern und somit auch die schulische Umgebung positiv zu verändern.