In der heutigen Zeit sind kurze Wege zu Arztpraxen und Apotheken für kranke und erschöpfte Menschen von großer Bedeutung. Leider zeigt die aktuelle Situation in Aichach-Friedberg, dass die Apothekendichte im Landkreis mit nur 14 Apotheken pro 100.000 Einwohner die niedrigste in Deutschland ist. Dies stellt eine Herausforderung für die gesundheitliche Grundversorgung der Bevölkerung dar. In Schwaben und Bayern gibt es zwar Städte mit einer guten Versorgung, doch die Situation in Aichach-Friedberg wirft Fragen auf.
Um die Lage besser einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die Apothekendichte in anderen Städten. So hat beispielsweise Berlin rund 700 Apotheken und eine Dichte von 19 Apotheken pro 100.000 Einwohner, während München über 320 Apotheken und eine Dichte von 21 Apotheken pro 100.000 Einwohner verfügt. Weiden in der Oberpfalz führt mit 40 Apotheken pro 100.000 Einwohner das Ranking an. In der bundesweiten Betrachtung steht Aichach-Friedberg jedoch isoliert da, während Augsburg mit 20 Apotheken pro 100.000 Einwohner im Mittelfeld liegt (Augsburger Allgemeine).
Rückgang der Apotheken in Bayern
Die Situation ist nicht nur in Aichach-Friedberg kritisch. In Deutschland insgesamt gibt es weniger Apotheken als vor fünf Jahren, mit einem Rückgang von 9,5%. Fast jede zehnte Apotheke hat seit 2018 geschlossen, und in Bayern ist dieser Rückgang ebenfalls signifikant. Die Apothekendichte in Bayern beträgt derzeit 22,15 pro 100.000 Einwohner, was Platz 6 im bundesweiten Vergleich bedeutet. Dennoch befinden sich acht von zehn Städten und Landkreisen mit dem stärksten Rückgang der Apothekendichte in Bayern. So hat beispielsweise Bayreuth in den letzten fünf Jahren ein Drittel seiner Apotheken verloren (Merkur).
Die niedrige Apothekendichte in Aichach-Friedberg ist symptomatisch für eine breitere Herausforderung in ländlichen Regionen. Die medizinische und pflegerische Versorgung ist ein wesentlicher Bestandteil der Daseinsvorsorge, doch in weniger besiedelten Gebieten ist die Erreichbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen oft eingeschränkt. Dabei sollte die Bevölkerung unabhängig vom Wohnort qualitativ hochwertige Gesundheitsdienstleistungen erwarten können (Bundeszentrale für politische Bildung).
Folgen für die Gesundheitsversorgung
Die geringe Apothekendichte in Aichach-Friedberg führt zu langen Anfahrtswegen für Patienten und kann insbesondere für ältere Menschen mit einer höheren Krankheitslast problematisch sein. In ländlichen Regionen ist die Verfügbarkeit spezialisierter Versorgungsleistungen oft eingeschränkt, was die Situation weiter erschwert. Die ambulante Versorgung erfolgt hauptsächlich durch Haus- und Fachärzte sowie Apotheken, weshalb deren Verfügbarkeit entscheidend für die Gesundheitsversorgung ist.
Es bedarf innovativer Konzepte, um die medizinische und pflegerische Versorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern. Kooperationen zwischen Gesundheitsberufen, telemedizinische Angebote und mobile Gesundheitsdienstleister könnten dabei helfen, die Versorgungssituation zu optimieren. Letztendlich ist die Planung der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen ein wichtiges Thema, das in die allgemeine Daseinsvorsorgeplanung integriert werden sollte.