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Im Wittelsbacher Land haben die milden und feuchten Wetterverhältnisse aus den letzten Wochen viele Amphibien zur Wanderung animiert. Diese Zeit ist für Kröten, Frösche und Molche besonders wichtig, da sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen. Die Kreisgruppe Aichach-Friedberg des Bund Naturschutz (BN) hat in diesem Jahr Zäune in Pöttmes und Sirchenried aufgestellt, um die Tiere während ihrer gefährlichen Wanderung zu schützen. Besonders bemerkenswert ist die erstmalige Installation eines Krötenzauns in Rinnenthal, wo bereits die ersten Tiere gesichtet wurden. In der Stadt Aichach, am Weiher bei Hiesling, halten sich die Frösche jedoch noch zurück.

Die Wanderung zu den Laichgründen stellt für die Amphibien eine große Gefahr dar, da sie oft Straßen überqueren müssen, wo jährlich Tausende von ihnen überfahren werden. Laut einer aktuellen Lageeinschätzung vom 19. Februar wird ein milder Luftstrom erwartet, der die ersten Amphibien hervorlockt. Im Oberrhein wurden bereits Spring- und Grasfrösche sowie Bergmolche gesichtet. In den Tallagen im Südwesten und Westen Deutschlands wird ab dem kommenden Samstag mit weiteren Sichtungen gerechnet, während die Laichwanderung im Norden und Osten aufgrund gefrorener Böden verzögert beginnt. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert, dass die milde Phase bis zum 26. Februar anhält, bevor es vorübergehend kälter wird. Normalerweise wird der Höhepunkt der Wanderungen nicht vor Mitte März erwartet.

Schutzmaßnahmen und Engagement der Naturschutzgruppen

Um den Amphibien zu helfen, setzen sich Naturschutzgruppen aktiv für ihren Schutz ein. Die BN-Kreisgruppe hat in den vergangenen Jahren nicht nur Schutzzäune aufgestellt, sondern auch Freiwillige mobilisiert, die helfen, die Zäune zu kontrollieren und die Tiere sicher über die Straßen zu tragen. Diese Helfer*innen sind stets willkommen, und Vorkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich. Die Saison für die Amphibienwanderung dauert in der Regel zwei bis drei Monate und bietet somit eine tolle Gelegenheit, aktiv zum Naturschutz beizutragen.

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Zusätzlich bietet der NABU einen Wissens-Kurs mit dem Titel „Krötenzaun & Co. – Schutzeinrichtungen für Amphibien“ an, um Interessierten die nötigen Kenntnisse zu vermitteln. Eine interaktive Schutzzaun-Datenbank ermöglicht es, Zaunstandorte und deren Betreuerlisten einzugeben und zu aktualisieren, was die Koordination der Schutzmaßnahmen erleichtert.

Die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen

Die Wanderwege der Amphibien, insbesondere in der Nähe von stark frequentierten Straßen, sind ein zentrales Thema für den Naturschutz. Um die Öffentlichkeit auf diese Problematik aufmerksam zu machen, sollen Hinweistafeln installiert werden, die über die Maßnahmen des BUND informieren. Betreuer von Schutzzäunen sollten mit funktionierenden Taschenlampen, Erhebungsbögen, Smartphones oder Fotoapparaten und Werkzeug für Zaunreparaturen ausgestattet sein. Ein Bauwagen kann zur Lagerung der Materialien an der Wanderstrecke aufgestellt werden.

Um die Bestände der Amphibien dauerhaft zu überwachen, ist die Erfassung und Dokumentation der gefangenen Tiere unerlässlich. Dazu müssen Amphibienarten bestimmt und in die Amphibien-Datenbank des BUND Naturschutz eingetragen werden. Fangeimer, die in die Erde eingegraben werden, helfen dabei, die Tiere zu fangen und zu schützen. Wichtig ist auch, dass diese Eimer regelmäßig kontrolliert werden, um das Vertrocknen oder Erfrierung der Tiere zu vermeiden.

Insgesamt zeigt sich, dass trotz des besorgniserregenden Rückgangs der Amphibienpopulationen im Landkreis Aichach-Friedberg zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden, um diesen Tieren zu helfen. Der Einsatz von Freiwilligen und die Unterstützung durch Naturschutzorganisationen sind entscheidend, um die Wanderungen der Amphibien zu sichern und ihren Lebensraum zu schützen. Für weitere Informationen und Unterstützung können Interessierte die entsprechenden Webseiten des BUND und NABU besuchen, die wertvolle Ressourcen und Unterstützung bieten.